Was sind Mormonen-Missionare



Missionare der Kirche Jesu Christi


Was ist es und was mag einen jungen Mann oder eine junge Frau wohl dazu bewegen, eineinhalb bzw. zwei Jahre lang im Anzug bzw. Rock in einem fremden Land sich als Mormonen-Missionar aufzuhalten? Die Kirche des Herrn Jesus Christus ist seit jeher schon missionarisch tätig. So wie schon Jesus und seine Jünger das Evangelium verkündet haben, verbreiten über 80.000 Mormonen Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage [Mormonen] auch heute das Wort Gottes. Sie sind dazu berufen, das Evangelium Jesu Christi in alle Welt zu bringen. Die meisten Missionare sind um die zwanzig Jahre alt, doch auch ältere Ehepaare können eine Mission erfüllen. Die Missionare legen Studium, Freundschaften und Arbeit etwa zwei Jahre lang auf Eis, um dem Herrn auf eigene Kosten zu dienen.

Wo finde ich Mormonen Missionare und wo kann ich Mormonen-Missionare in Deutschland antreffen? Was macht ein Missionar der Mormonen während seiner Mission täglich? 

 

Missionstätigkeit


Die Missionsarbeit der Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Mormonen ergibt sich aus den Aussagen des Neue Testaments, wo Missionare zu zweit das Evangelium Jesu Christi  verkündeten und die Gläubigen im Namen Jesu Christi tauften (siehe  auch das Beispiel von Petrus und Johannes in der Apostelgeschichte).

Es gibt ständig über 80.000 Missionare, die weltweit die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vertreten. Fast ausschließlich  handelt es sich um junge Leute unter 25 Jahren diese sind in über 400 Missionen in der ganzen Welt tätig. Lesen Sie mehr über das Missionsprogramm der Kirche auf folgendem Link

 




Ein Tag im Leben eines Mormonen-Missionars


„Los, aufwachen!“, sagt jemand und gibt dir einen Stoß. Schlaftrunken schaust du auf den Wecker neben deinem Bett. 6 Uhr 30? Was ist los? Moment, das ist gar nicht dein Wecker. Und auch nicht dein Bett. Wo bist du?

„He“, sagt die Stimme, „Sie wollten uns doch überallhin begleiten! Es ist Zeit. Der Tag beginnt.“

Während du zu dem Missionar hinaufblinzelst, der neben deinem Bett steht, fällt dir endlich ein, was los ist. Die Zeitschriften der Kirche haben dir die Gelegenheit gegeben, zwei Missionare einen ganzen Tag lang zu begleiten, und du hast dir die Chance nicht entgehen lassen, selbst zu erleben, wie das Missionarsleben wirklich ist.

Dir war nur nicht bewusst, dass es so früh beginnt.

„Hallo, ich bin Elder Jesse Ward aus Utah“, sagt der große Missionar, während du dich aufsetzt. „Willkommen in Spanien. Das ist mein Mitarbeiter, Elder Pierrick Triplet.“

Elder Triplet ist aus Frankreich. Er lernt nicht nur Spanisch, sondern auch Englisch. Trotz der Schwierigkeit, zwei Sprachen gleichzeitig lernen zu müssen, ist Elder Triplet dankbar, auf Mission zu sein.

„Ich bin ein Bekehrter“, sagt er. „Ich habe eine große Wandlung erfahren und ich wünsche mir, dass andere sie auch erleben. Eine Mission kann harte Arbeit sein, aber wenn man sieht, dass jemand sein Leben ändert, ist es das alles wert.“

Nun ist dein Interesse geweckt. Du hast schon immer gehört, dass die Jahre auf Mission die besten zwei Jahre deines Lebens sein können. Heute hast du die Chance, herauszufinden warum.

6.41 Uhr. Nachdem die Missionare sich Zeit für ein Gebet genommen haben, machen sie Frühsport. Liegestütze, Sit-ups, sogar ein bisschen Gewichtheben sind für Elder Ward die normale Übung. Nach der Dusche und der Rasur folgt das Frühstück. Kalte Frühstücksflocken mit Milch sind beliebt.

8.07 Uhr. Missionare verbringen einige Zeit mit dem persönlichen und dem gemeinsamen Evangeliumsstudium, damit sie das Wort zuerst erlangen, ehe sie es verkünden (vgl. LuB 11:21). Nachdem sie eine Weile an ihren Sprachkenntnissen gearbeitet und ihr persönliches Schriftstudium abgeschlossen haben, ist es Zeit für das gemeinsame Studium anhand der Anleitung Verkündet mein Evangelium!

9.55 Uhr. Missionare verbringen viel Zeit mit der Planung – am Anfang des Tages, während des Tages und am Ende des Tages. Sie sprechen nicht nur über das, was sie vorhaben, sondern auch darüber, was jeder Untersucher braucht.

Heute reden die Missionare über einen Mann aus Frankreich, einen Untersucher, den sie zur Taufe auffordern wollen.

„Ihm ist etwas bange“, sagt Elder Triplet. „Er fühlt sich nicht würdig.“

„Sprechen wir also über Umkehr und darüber, dass Gott nicht mehr an unsere Sünden denkt“, schlägt Elder Ward vor, nachdem beide sich Gedanken darüber gemacht haben. „Warum sagen Sie ihm das nicht auf Französisch, damit er es auch richtig versteht?“

Ehe die Missionare sich auf den Weg machen, beten sie noch einmal. Es ist eines von vielen Gebeten, die sie heute sprechen. Bei der Missionsarbeit wird die Hilfe des Himmels dringend gebraucht. Dann geht es los, im Eilschritt zur Bushaltestelle.

11.09 Uhr. Missionare sprechen zu jeder Zeit und überall mit jedem über das Evangelium, weil sie nie wissen, wer Interesse haben könnte. Während sie auf den Bus warten, unterhalten sich die Missionare mit einem jungen Mann und geben ihm eine Broschüre, auf der ihre Telefonnummer steht.

11.21 Uhr. Nach einer zehnminütigen Busfahrt und einer kurzen Strecke zu Fuß kommen die Missionare zur selben Zeit wie ihr Untersucher vor dem gemieteten Gemeindehaus an. Das Gespräch beginnt gut, aber die Bedenken des Untersuchers verlängern die für 45 Minuten geplante Lektion auf über eine Stunde.

„Das war die frustrierendste Lektion, die ich je erlebt habe“, sagt Elder Triplet danach. „Die Kirche gefällt ihm. Er denkt, dass sie wahr ist. Er möchte den Zehnten zahlen. Aber er glaubt nicht, dass es notwendig ist, sich noch einmal taufen zu lassen. Er war ein bisschen streitlustig.“

„Er ist ein prima Kerl“, sagt Elder Ward und schüttelt den Kopf. „Vielleicht ist er beim nächsten Mal bereit, über die Taufe zu sprechen.“

14.06 Uhr. Die Missionare springen schnell in einen anderen Bus, der sie nach El Casco bringt, dem historischen Viertel von Toledo. Sie schauen im Laden eines Untersuchers vorbei, um ihn zu einer Aktivität am Abend einzuladen.

„Man kann sich hier leicht verirren, wenn man nicht aufpasst“, sagt Elder Ward über das Labyrinth schmaler Straßen. Die Häuser entlang der Gassen scheinen sich über die Passanten zu neigen.

14.24 Uhr. Auf ihrem Weg durch die engen Gassen halten die Missionare an, um einer Frau zu helfen, die schwere Taschen trägt. Sie erklären ihr kurz, wer sie sind und was sie tun, aber die Frau ist nicht interessiert.

14.47 Uhr. Nun ist Siesta in Spanien. Deshalb fahren die Missionare mit dem Bus zurück in ihre Wohnung, piso genannt, zum Mittagessen. „Zwischen 14.00 und 16.00 Uhr macht alles zu“, erklärt Elder Ward. „Manche Leute werden wütend, wenn man jetzt an ihre Tür klopft.“

„Das ist chorizo, eine Paprikawurst“, sagt Elder Triplet und zeigt auf das Mittagessen. „Das ist typisch Spanisch. Wir essen oft Nudeln und chorizo, weil es billig und einfach zuzubereiten ist.“

„Die Mission ist eine gute Vorbereitung für die Ehe“, meint Elder Ward lachend, während er sein Getränkepulver ins Glas schüttet. „Man muss lernen, miteinander auszukommen, zu kochen, sauber zu machen, Wäsche zu waschen, mit dem Geld auszukommen und selbst für sich zu sorgen.“

16.24 Uhr. Die Missionare sind wieder in El Casco. Mit einem Ratgeber in der Missionspräsidentschaft sprechen sie über die aktuellen Bemühungen zur Aktivierung.

„Dieses Gebiet ist großartig“, sagt Elder Ward und erklärt, dass die Anwesenheit von etwa 15 auf 80 Mitglieder gestiegen ist, weil eine Familie vorgemacht hat, wie man andere in die Kirche integriert.

16.59 Uhr. Die Missionare haben unerwartet ein wenig freie Zeit zur Verfügung, aber Missionare sind es gewohnt, ihre Pläne kurzfristig zu ändern. Plan B war, von Tür zu Tür zu gehen.

17.42 Uhr. In El Casco befinden sich viele Wohnungen oberhalb der Straße, deshalb bedeutet von Tür zu Tür gehen hier, dass man sich oft mit Leuten unterhält, die auf dem Balkon stehen. Und selbst in einer historischen Touristenstadt müssen die Missionare sich vor Hunden in Acht nehmen.

Die Missionare haben auch Erfolg: „Wir haben ein paar fabelhafte Leute gefunden“, berichtet Elder Ward. „Da waren ein paar Jugendliche aus Paraguay. Sie haben uns für morgen eingeladen.“ Aber auch Misserfolge: „Mit einem Mann haben wir uns eine halbe Stunde lang unterhalten“, sagt Elder Triplet. „Es war, als würde man gegen eine Wand reden.“

19.45 Uhr. Nach zwei weiteren Busfahrten kommen die Missionare gerade noch rechtzeitig zu der Aktivität, die sie mit den Missionarinnen geplant haben, die in der gleichen Stadt missionieren – Schwester Kathleen Bonifay und Schwester Brittany Hofman.

Die Leute, die sie erwartet haben, sind aber nicht gekommen. „So ist es eben manchmal“, sagt Elder Ward. Doch die Missionare machen sich gleich auf den Weg, und es gelingt ihnen, ein paar andere Untersucher zu holen, die in der Nähe wohnen. Nach einem Lied und einem Video spürt man den Einfluss des Heiligen Geistes, als die Missionare bezeugen, dass das Buch Mormon ein weiterer Zeuge für Jesus Christus ist. Die Aktivität ist ein Erfolg.

„Der Herr steht dir bei, wenn du so gut wie möglich planst und dein Bestes gibst“, sagt Schwester Bonifay.

21.13 Uhr. Die Missionare und die Missionarinnen gehen zur Bushaltestelle und fahren zurück in ihre Wohnungen. Dort rufen sie die Distrikts- oder Zonenleiter an, gehen den Tag und ihre langfristigen Pläne noch einmal durch und planen den nächsten Tag.

„So sieht unsere Arbeit aus“, sagt Elder Ward. „Da ändert sich nicht viel.“

Elder Triplet lacht. „Wir sind dieselben, gestern, heute und morgen.“

Es hat nicht alles so geklappt, wie die Missionare es geplant hatten, aber es war trotzdem ein guter Tag. Sie haben neue Kontakte geknüpft, einer Aktivität zum Erfolg verholfen, Zeugnis von Christus gegeben und ihr Bestes getan, den Eingebungen des Heiligen Geistes zu folgen.

„Manche sagen, dies seien die besten zwei Jahres ihres Lebens“, sagt Elder Triplet. „Die zwei Jahre sind wunderbar, aber das bedeutet nicht unbedingt, dass es die besten 730 Tage meines Lebens sind. Es gibt auch manche Tage, die nie enden wollen. Aber ich bin gern Missionar.“

Elder Ward stimmt zu. Er hat gemischte Gefühle, wenn er daran denkt, dass er bald nach Hause geht. „Ich dachte immer, ich würde mich darauf freuen, nach Hause zu gehen“, sagt er. „Aber jetzt sehe ich es anders. Ich liebe dieses Leben. Ich bin ein Missionar. Ich spreche jeden Tag mit Menschen über Christus. Nach Hause zu gehen wird schmerzlich und schön zugleich sein.“