Gibt es ein Leben nach dem Tod?


Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Woher kommen wir?


Warum sind wir hier?


Was geschieht mit uns nach diesem Leben?


Diese allumfassenden Fragen müssen nicht länger unbeantwortet bleiben.



Mormonen glauben an ein Leben nach dem Tod.


Der Tod ist nicht das Ende. Tatsächlich ist der Tod ein Neubeginn, nämlich ein weiterer Schritt im Plan Gottes für seine Kinder. Wie bei jedem Menschen wird auch Ihr physischer Körper eines Tages sterben. Ihr Geist hingegen stirbt nicht, sondern kommt in die Geisterwelt. Dort werden Sie weiterhin dazulernen und Fortschritt machen und wieder mit Ihren Lieben vereint, die vor Ihnen verstorben sind. Die Frage "Gibt es ein Leben nach dem Tod? ist beantwortet. Der Tod ist ein genauso wichtiger Schritt für Ihre Entwicklung wie die Geburt. Irgendwann nach dem Tod werden sich Geist und Körper wieder vereinigen, um nie mehr getrennt zu werden. Diese Wiedervereinigung heißt Auferstehung. Sie wurde durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi ermöglicht (siehe 1 Korinther 15:20-22). Daher ist die "Taufe für die Verstorbenen" in einem Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) als eine heilige Verordnung zu erklären (1. Korinther 15:29). Glauben die Mormonen an ein Leben nach dem Tod? Wie sieht das Leben nach dem Tod aus? Werden wir mit unserer Familie nach dem Tod zusammen sein können?



Präs.Monson



Meine lieben Brüder und Schwestern, ich möchte heute Morgen über ewige Wahrheiten zu Ihnen sprechen – Wahrheiten, die unser Leben bereichern und uns sicher nach Hause führen.

Überall sind die Menschen in Eile. Düsengetriebene Flugzeuge befördern ihre kostbare menschliche Fracht hinweg über ausgedehnte Kontinente und weite Ozeane, damit Geschäftstermine wahrgenommen, Verpflichtungen eingehalten, Urlaubsreisen genossen oder Angehörige besucht werden können. Auf den Straßen überall – auch auf den Autobahnen und Kraftfahrstraßen und Schnellstraßen – bewegen sich in einem scheinbar endlosen Strom und aus unzähligen Gründen Millionen von Autos mit Millionen von Insassen, während wir Tag für Tag gehetzt unseren Beschäftigungen nachgehen.

Halten wir bei diesem hektischen Lebensrhythmus je inne, um in uns zu gehen – um uns mit Wahrheiten zu befassen, die zeitlos sind?

Gemessen an ewig gültigen Wahrheiten sind die meisten Alltagsfragen und -sorgen doch recht belanglos. Was soll es zum Abendessen geben? In welcher Farbe wollen wir das Wohnzimmer streichen? Sollen wir Johnny im Fußballverein anmelden? Diese und unzählige ähnliche Fragen verlieren an Bedeutung, wenn Krisenzeiten anbrechen, wenn jemand, der uns nahe steht, Schaden nimmt, wenn Krankheit eine Familie heimsucht, in der es bisher allen gut ging, wenn die Kerze des Lebens beinahe erlischt und Dunkelheit droht. Das bündelt unsere Gedanken und es fällt uns leicht, zu unterscheiden zwischen dem, worauf es wirklich ankommt, und dem, was lediglich von geringer Bedeutung ist.

Vor kurzem besuchte ich eine Frau, die seit über zwei Jahren einer lebensbedrohlichen Krankheit trotzt. Sie erzählte, dass sie vor ihrer Erkrankung zumeist den ganzen Tag damit beschäftigt war, ihr Haus blitzsauber zu halten und mit schönen Einrichtungsgegenständen auszustatten. Sie ging zweimal die Woche zum Friseur und wendete jeden Monat Zeit und Geld auf, um ihre Kleidersammlung zu erweitern. Ihre Enkelkinder lud sie nur selten zu sich ein, denn sie war stets besorgt, dass ihre vermeintlich so kostbaren Besitztümer zerbrechen oder in anderer Weise den kleinen und unachtsamen Händen zum Opfer fallen könnten.

Doch dann erhielt sie die erschreckende Nachricht, dass ihr irdisches Leben am seidenen Faden hing und ihr vielleicht nur noch wenig Zeit blieb. Wie sie sagt, war ihr in dem Augenblick, als sie die Diagnose des Arztes hörte, mit einem Mal klar, dass sie die unbestimmte Zeit, die ihr noch blieb, ihrer Familie, ihren Freunden und dem Evangelium als Lebensmittelpunkt widmen würde, denn dies alles war ihr am wichtigsten.

Wir alle erleben in ähnlicher Weise hin und wieder Momente, in denen wir alles deutlich vor Augen haben, wenn sie auch nicht immer von solch einschneidenden Umständen begleitet sind. Wir erkennen ganz klar, worauf es wirklich ankommt im Leben und wie wir leben sollten.

Der Erlöser hat gesagt:

„Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,

sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.

Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

In Zeiten, da der Mensch in sich geht oder aber in großer Not ist, wendet sich seine Seele himmelwärts und sehnt sich nach Antworten Gottes auf die großen Fragen des Lebens: Woher kommen wir? Warum sind wir hier? Was geschieht mit uns nach diesem Leben?

Antworten auf diese Fragen findet man nicht in Lehrbüchern und auch nicht, wenn man im Internet nachschaut. Diese Fragen reichen über das Erdenleben hinaus. Sie erstrecken sich in die Ewigkeit.

Woher kommen wir? Diese Frage kommt – ob sie ausgesprochen wird oder nicht – unausweichlich jedem Menschen in den Sinn.

Der Apostel Paulus verkündete den Athenern auf dem Areopag: „Wir [sind] von Gottes Art.“ Da wir wissen, dass unser physischer Körper aus unseren irdischen Eltern entstanden ist, müssen wir fragen, was Paulus damit meint. Der Herr hat erklärt, dass der Geist und der Körper die Seele des Menschen sind. Es ist also der Geist, der nach Gottes Art ist. Der Verfasser des Hebräerbriefs bezeichnet Gott als den „Vater der Geister“. Die Geister aller Menschen sind buchstäblich für ihn „gezeugte Söhne und Töchter“.5

Inspirierte Dichter haben bewegende Botschaften und Gedanken, die nicht auf das Irdische beschränkt sind, zu Papier gebracht, die unsere Gedanken zu diesem Thema erhellen. Wahrheit steckt in diesen Zeilen von William Wordsworth:

Geboren werden ist ein Schlaf nur, ein Vergessen – die Seele, die aufgeht mit uns, die unsres Lebens Stern, ist vordem anderswo zuhaus’ gewesen und kommt daher von fern.

Nicht alles sie vergessen hat,

nicht gleicht sie unbeschriebnem Blatt:

Nach uns ziehend Wolkenglanz und Glorienschein,

von Gott wir kommen, er ist unser Heim.

Der Himmel uns umgibt in Kindertagen!6

Eltern machen sich Gedanken über ihre Aufgabe, ihre Kinder zu lehren, anzuspornen, zu führen und ihnen Vorbild zu sein. Und während die Eltern noch nachdenken, stellen Kinder – insbesondere Jugendliche – die dringliche Frage: „Wozu sind wir hier?“ In der Regel wird diese Frage tief im Inneren gestellt und lautet eigentlich: „Wozu bin ich hier?“

Wir sollten sehr dankbar sein, dass ein weiser Schöpfer eine Erde gestaltet und uns mit einem Schleier des Vergessens, der unsere vorangegangene Existenz bedeckt, hierhergeschickt hat, damit wir eine Prüfungszeit durchlaufen – als Gelegenheit, uns zu bewähren und uns all dessen würdig zu erweisen, was Gott für uns bereitet hat.

Ein wesentlicher Zweck unseres Daseins auf der Erde besteht eindeutig darin, einen Körper aus Fleisch und Knochen zu erlangen. Außerdem wurde uns Entscheidungsfreiheit geschenkt. In tausendfacher Hinsicht dürfen wir uns selbst entscheiden. Wir lernen hier durch Erfahrung, die ein strenger Schulmeister ist. Wir können zwischen Gut und Böse unterscheiden. Ebenso zwischen dem, was bitter ist, und dem, was süß ist. Wir entdecken, dass alles, was wir tun, Folgen nach sich zieht.

Indem wir Gottes Geboten gehorchen, können wir uns ein Anrecht darauf erwerben, in das „Haus“ einzuziehen, von dem Jesus sprach, als er verkündete: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. … Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten, … damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“

Obwohl wir noch einen Glorienschein nach uns ziehen, wenn wir ins Erdenleben treten, geht das Leben doch unablässig weiter. Auf die Kindheit folgt die Jugend, und ehe man sich versieht, ist man erwachsen. Die Erfahrung lehrt uns, dass wir nach dem Himmel greifen müssen, um auf unserem Weg durchs Leben Hilfe zu bekommen.

Gott, unser Vater, und Jesus Christus, unser Herr, haben den Weg zur Vollkommenheit abgesteckt. Sie laden uns ein, uns an ewige Wahrheiten zu halten und vollkommen zu werden, wie sie es sind.

Der Apostel Paulus hat das Leben mit einem Wettlauf verglichen. Die Hebräer ermahnte er: „Wir [wollen] alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist.“

Übersehen wir bei allem Eifer aber auch nicht diesen klugen Rat aus dem Buch Kohelet: „Nicht den Schnellen gehört im Wettlauf der Sieg, nicht den Tapferen der Sieg im Kampf.“10 Vielmehr gewinnt der den Preis, der bis ans Ende ausharrt.

Wenn ich an den Wettlauf, den wir im Leben austragen, denke, fällt mir ein Wettrennen aus meiner Kindheit ein. Meine Freunde und ich nahmen unsere Taschenmesser zur Hand und schnitzten damit aus weichem Weidenholz kleine Spielzeugboote. Diese bekamen jeweils ein dreieckiges Baumwolltuch als Segel, ehe jeder von uns sein plumpes Wasserfahrzeug für ein Wettrennen im Provo River, der eine recht starke Strömung hatte, zu Wasser ließ. Wir liefen am Flussufer entlang und beobachteten, wie die Bötchen in der starken Strömung manchmal heftig durchgeschaukelt wurden, aber auch ruhig dahinglitten, sobald sie in tieferes Wasser kamen.

Während eines solchen Wettrennens bemerkten wir, dass ein Boot all die anderen auf dem Weg zur festgelegten Ziellinie anführte. Plötzlich trug die Strömung es zu nahe an einen großen Strudel heran, und das Boot neigte sich seitwärts und kenterte. Unaufhörlich drehte es sich im Kreis herum und gelangte nicht wieder in die Hauptströmung zurück. Schließlich blieb es abrupt in all dem Treibgut, das es umgab, stecken, festgehalten vom Klammergriff wuchernder grüner Algen.

Die Spielzeugboote unserer Kindheit hatten keinen Kiel, der ihnen Stabilität verliehen hätte, kein Ruder, um sie zu steuern, und auch keine Antriebskraft. Sie konnten nur flussabwärts schwimmen – den Weg des geringsten Widerstands.

Anders als die Spielzeugboote sind wir mit göttlichen Eigenschaften ausgestattet worden, die uns auf der Reise leiten. Wir kommen nicht in die Welt, um uns in den unruhigen Strömungen des Lebens treiben zu lassen, sondern mit einem Denkvermögen, Vernunftbegabung und der Fähigkeit, etwas zu leisten.

Der Vater im Himmel hat uns nicht auf unsere Reise durch die Ewigkeit geschickt, ohne uns die Mittel an die Hand zu geben, mit denen wir von ihm die Führung bekommen können, die uns sicher nach Hause bringt. Ich spreche vom Gebet. Ich spreche von den Einflüsterungen der sanften, leisen Stimme, und ich lasse auch nicht die heiligen Schriften außer Acht, in denen wir das Wort des Herrn und die Worte der Propheten zu unserer Verfügung haben, damit wir es über die Ziellinie schaffen können.

Irgendwann während unserer Mission hier auf der Erde werden unsere Schritte unsicher, wird das Lächeln blasser, stellen sich Schmerz und Krankheit ein – der Sommer neigt sich schließlich dem Ende zu, der Herbst naht, der kalte Winter kündigt sich an und wir machen die Erfahrung, die wir Tod nennen.

Jeder nachdenkliche Mensch hat sich schon einmal die Frage gestellt, die keiner besser ausgedrückt hat als vor alters Ijob: „Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf?“11 So sehr wir uns auch bemühen, diese Frage zu verdrängen, sie kehrt immer zurück. Alle Menschen müssen sterben. Der Tod kommt zu den Alten, die auf schwachen Beinen stehen. Sein Ruf ergeht an diejenigen, die kaum die Hälfte ihres Lebenswegs beschritten haben. Manchmal lässt er das Lachen kleiner Kinder verstummen.

Doch wie geht es nach dem Tod weiter? Ist mit dem Tod alles vorbei? Robert Blatchford griff in seinem Buch Gott und mein Nächster energisch allgemein anerkannte christliche Überzeugungen wie Gott, Christus, Gebet und insbesondere Unsterblichkeit an. Er verkündete kühn, dass der Tod das Ende unseres Daseins sei und niemand das Gegenteil beweisen könne. Dann geschah etwas Unerwartetes. Die Mauer seiner Skepsis zerfiel plötzlich zu Staub. Er blieb ohne Schutz und Verteidigung zurück. Langsam tastete er sich zurück auf den Weg zu dem Glauben, den er verspottet und aufgegeben hatte. Was hatte diesen grundlegenden Wandel seiner Sichtweise bewirkt? Seine Frau war gestorben. Voller Kummer ging er in das Zimmer, in dem ihre sterblichen Überreste lagen. Er blickte noch einmal in das Gesicht, das er so sehr geliebt hatte. Als er aus dem Zimmer kam, sagte er zu einem Freund: „Sie ist es, und sie ist es doch nicht. Nichts ist mehr, wie es war. Etwas, was vorher da war, ist fortgenommen worden. Sie ist nicht mehr dieselbe. Was wurde fortgenommen, wenn nicht die Seele?“

Später schrieb er: „Der Tod ist nicht das, was einige Menschen sich vorstellen. Es ist nur so, als gehe man in einen anderen Raum. In diesem anderen Raum finden wir … die teuren Frauen und Männer und die süßen Kinder, die wir geliebt und verloren haben.“

Meine Brüder und Schwestern, wir wissen, dass der Tod nicht das Ende darstellt. Diese Wahrheit haben lebende Propheten zu allen Zeiten verkündet. Sie ist auch in unseren heiligen Schriften zu finden. Im Buch Mormon lesen wir diesbezüglich die tröstlichen Worte:

„Was nun den Zustand der Seele zwischen dem Tod und der Auferstehung betrifft – siehe, mir ist von einem Engel kundgetan worden, dass der Geist eines jeden Menschen, sobald er aus diesem sterblichen Leib geschieden ist, ja, der Geist eines jeden Menschen, sei er gut oder böse, zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat.

Und dann wird es sich begeben: Der Geist derjenigen, die rechtschaffen sind, wird in einen Zustand des Glücklichseins aufgenommen, den man Paradies nennt, einen Zustand der Ruhe, einen Zustand des Friedens, wo er von all seinen Beunruhigungen und von allem Kummer und aller Sorge ausruhen wird.“

Nachdem der Erlöser gekreuzigt worden war und sein Leib drei Tage im Grab gelegen hatte, kehrte der Geist in ihn zurück. Der Stein wurde fortgerollt und der auferstandene Erlöser trat hervor, mit einem unsterblichen Körper aus Fleisch und Knochen versehen.

Die Antwort auf Ijobs Frage, ob jemand, der gestorben ist, wieder auflebt, wurde gegeben, als Maria und andere zum Grab kamen und zwei Männer in leuchtenden Gewändern erblickten, die zu ihnen sprachen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.“

Weil Christus das Grab überwunden hat, werden auch wir alle auferstehen. Das ist die Erlösung der Seele. Paulus schrieb: „Auch gibt es Himmelskörper und irdische Körper. Die Schönheit der Himmelskörper ist anders als die der irdischen Körper.“15

Wir streben nach celestialer Herrlichkeit. Wir sehnen uns danach, in der Gegenwart Gottes zu wohnen. Wir möchten zu einer Familie gehören, die für immer Bestand hat. Solche Segnungen verdient man sich, wenn man sich sein Leben lang abmüht, sucht, umkehrt und schließlich Erfolg hat.

Woher kommen wir? Warum sind wir hier? Was geschieht mit uns nach diesem Leben? Diese allumfassenden Fragen müssen nicht länger unbeantwortet bleiben. Aus tiefster Seele und in aller Demut bezeuge ich, dass das, wovon ich gesprochen habe, die Wahrheit ist.

Der Vater im Himmel freut sich über jeden, der seine Gebote hält. Ihm ist auch an dem Kind gelegen, das abgeirrt ist, dem säumigen Teenager, dem eigensinnigen Jugendlichen, den Eltern, die ihre Pflicht vernachlässigen. Voller Zuneigung spricht er zu ihnen, ja, zu allen: „Kommt zurück. Kommt her. Kommt herein. Kommt nach Hause. Kommt zu mir.“

In einer Woche feiern wir Ostern. Unsere Gedanken wenden sich dem Leben des Erretters zu, seinem Tod und seiner Auferstehung. Als sein besonderer Zeuge gebe ich Ihnen Zeugnis, dass er lebt und dass er unsere glorreiche Rückkehr erwartet. Dass auch wir so zurückkehren, dafür bete ich demütig in seinem heiligen Namen – ja, im Namen Jesu Christi, unseres Erretters und Erlösers. Amen.

(lesen Sie auch Familienforschung - FamilySearch) 


Was geschieht nach dem Tod?


Was passiert nach dem Tod?

Das ist eine ganz elementare Frage, auf die Gott uns durch Propheten in alter und neuer Zeit Antwort gegeben hat.


Unser Vater im Himmel liebt uns und er hat ein wenig darüber offenbart, was uns nach diesem Leben erwartet. Hier werden einige Wahrheiten angesprochen, die euch helfen, euch eine Vorstellung davon zu machen, wo unsere verstorbenen Angehörigen jetzt sind und wo wir alle einmal sein werden.

Was wissen wir über die Geisterwelt?

Wo ist denn die Geisterwelt?

Präsident Brigham Young (1801–1877) hat gesagt, dass die Geister derer, die einmal auf der Erde gelebt haben, nicht fern von uns auf dieser Erde blieben, auch wenn wir sie nicht sehen könnten.

Wie muss man sich die Geisterwelt vorstellen?

Es kommt darauf an. Die Rechtschaffenen werden einen paradiesischen Zustand erleben und verspüren Glück, Ruhe und Frieden – ohne Beunruhigungen und ohne Kummer und Sorge (siehe Alma 40:12). Die Schlechten werden einen Zustand der Hölle erleben (siehe Alma 40:13,14). Diese Hölle kann für den Menschen als „Qual der Enttäuschung“ definiert werden. 


Unser liebender Vater im Himmel hat uns etwas Erkenntnis gegeben, was wir erwarten können, wenn wir aus diesem Leben scheiden.


Wie ist unser Geist beschaffen?

 

Der Geist des Menschen hatte im vorirdischen Leben die Gestalt eines Erwachsenen, und er hat auch in der Geisterwelt diese Gestalt, selbst wenn jemand als Säugling oder Kind stirbt.3

Können die Geister in der Geisterwelt uns sehen?

Ja, wenn es notwendig ist. Präsident Joseph F. Smith (1838–1918) hat gesagt, dass diejenigen in der Geisterwelt uns klarer sehen könnten als wir sie und dass „ihre Besorgnis um uns, ihre Liebe für uns und ihr Wunsch für unser Wohlergehen größer sein müssen als das, was wir selbst für uns empfinden“. 

 

Können Geister in der Geisterwelt noch versucht werden?

 

Wenn ihr in eurem Leben treu seid, wird der Satan in der Geisterwelt keine Macht haben über euch haben. Die Schlechten werden Satan unterworfen sein, wie sie es auf der Erde waren.

 

Was machen die Geister in der Geisterwelt?

 

Wir wissen beispielsweise, dass die Geister derjenigen, die treu waren, die aber noch nicht auferstanden sind, unter den Geistern im Gefängnis Missionsarbeit leisten.

Wir wissen auch, dass diejenigen, die treu waren, in Familien zusammenleben, und dass es eine Kirche geben wird.

 

Was wissen wir über die Auferstehung?

 

Wie viele Menschen werden auferstehen?

 

Alle Menschen, die auf der Erde gelebt haben, werden auferstehen

(siehe 1 Korinther 15:21-23).

 

Wie ist ein auferstandener Körper beschaffen?

 

Ein verherrlichter celestialer Körper ist:

unsterblich: „Dieser sterbliche Leib wird zu einem unsterblichen Leib auferweckt, … so dass sie nicht mehr sterben können.“

(Buch Mormon: Alma 11:45.)

vollkommen: „Der Geist und der Leib werden wieder in ihrer vollkommenen Gestalt vereinigt werden.“ (Alma 11:43.) Präsident Joseph F. Smith hat dazu gesagt: „Körperliche Mängel vergehen, Behinderungen verschwinden, und die Menschen werden die Vollkommenheit ihres Geistes erlangen, nämlich die Vollkommenheit, die Gott im Anbeginn vorgesehen hat.“ 

Präsident Lorenzo Snow (1814–1901) hat gesagt: „Es gibt keinen schöneren Anblick als den eines auferstandenen Menschen.“ 

herrlich: Dazu sagt Präsident Boyd K. Packer, Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel: „Ihr Geist ist jung und lebendig und wunderschön. Selbst wenn Ihr Körper alt und krank ist oder verkrüppelt oder in irgendeiner Form behindert ist, werden Sie herrlich sein, wenn der Geist und der Körper in der Auferstehung vereint werden; dann werden Sie verherrlicht sein.“ 

ohne Kummer und Schmerz: „Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.“ (Offenbarung 21:4.)

 

Was geschieht mit denen, die als Kind sterben?

Nach den Worten des Propheten Joseph Smith werden Eltern, die ihr Kind noch in der Kindheit verloren haben, „die Freude und Befriedigung haben, [es] nach seiner Auferstehung großzuziehen, bis es sich zur vollen Größe seines Geistes entwickelt hat“.

 

„Die Auferstehung ist eine Säule unseres Glaubens. Sie gibt unserer Lehre Bedeutung, motiviert unser Verhalten und gibt uns Hoffnung für die Zukunft.“ 

 

Was geschieht mit Menschen, die eingeäschert oder nicht bestattet wurden?

Obwohl die Kirche für gewöhnlich nicht für die Feuerbestattung ist, glauben wir doch, dass alle Menschen mit einem vollkommenen Körper auferstehen werden. Präsident Brigham Young hat gesagt: „Die speziellen grundlegenden Teilchen, die hier unseren Körper gebildet haben, [werden] in einem Augenblick wieder zusammengefügt werden, wenn wir sie ehren, auch wenn sie in den Tiefen des Meeres ruhen, auch wenn ein Teilchen sich im Norden befindet, eins im Osten, eins im Süden und ein anderes im Westen, und unser Geist wird wieder von ihnen Besitz ergreifen.“ 

Warum eine Auferstehung des Körpers?

Die körperliche Auferstehung gehört zum Plan Gottes und wurde seit den Tagen Adams von Propheten gelehrt (siehe Mose 5:10). Der Teufel jedoch „hat keinen Körper, und darin liegt seine Strafe“, deshalb verzerrt er diese Lehre, damit die Menschen nicht an eine Auferstehung des Körpers glauben.

Der Herr hat offenbart, dass die körperliche Auferstehung notwendig sei, denn:

Wir empfangen dadurch eine Fülle der Freude. Nur „Geist und Element [ein physischer Körper], untrennbar verbunden, empfangen eine Fülle der Freude“ (LuB 93:33). Wir wissen auch, dass diejenigen, die gestorben waren und in der Geisterwelt auf die Auferstehung Christi warteten, „die lange Abwesenheit ihres Geistes von ihrem Leib als Gefangenschaft [betrachteten]“ (LuB 138:50).

Es ist ein Segen, der uns zuteilgeworden ist, weil wir uns für den Plan des himmlischen Vaters entschieden haben. Bevor wir zur Erde gekommen sind, haben sich alle Geister, die je zur Erde kommen würden, entschieden, den Plan des himmlischen Vaters anzunehmen und sich nicht der Rebellion Satans anzuschließen (siehe Abraham 3:23‑28). Deshalb haben wir einen irdischen Körper erhalten und durch die Gabe der Auferstehung Christi werden wir mit einem unsterblichen Körper auferstehen. Diejenigen, die Satan im vorirdischen Dasein gefolgt sind, werden niemals irgendeinen physischen Körper bekommen.

Durch die Auferstehung kehren wir zurück in die Gegenwart Gottes, wo wir gerichtet werden. Aus dem Buch Mormon geht deutlich hervor, dass wir durch die Macht der Auferstehung in die Gegenwart Gottes zurückkommen, um gemäß unseren Werken gerichtet zu werden.

Sie ist für die Errettung unerlässlich. Joseph Smith hat gesagt: „Niemand kann … Errettung ohne seine irdische Hülle erlangen.“ 

Durch sie werden wir wie der Vater im Himmel und Jesus Christus. „Der Vater hat einen Körper aus Fleisch und Gebein, so fühlbar wie der eines Menschen, ebenso der Sohn.“ (LuB 130:22.)

 

 


Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf?

 


Der Glaube an die Auferstehung und die damit zusammenhängenden Wahrheiten bringt einen dazu, die Gebote zu befolgen, von Sünden umzukehren, den Mitmenschen zu dienen und all das zu tun, was Freude und Glück bringt, und zwar in diesem wie im nächsten Leben.

 


- Carlos E. Asay -


Vor einigen Jahren ging ich einmal durch ein Pflegeheim. Die meisten Patienten waren schwach und durch die Jahre verbraucht und wünschten sich, Abschied nehmen zu können. Als ich an einem Zimmer vorüberkam, hörte ich einen leisen Hilferuf. Die Tür war nur angelehnt, und so trat ich ein in der Hoffnung, jemandem aus einer schwierigen Lage helfen zu können. Drinnen saß eine liebe ältere Dame im Rollstuhl und blickte mich flehentlich an. Einen Augenblick sah sie mich an und fragte dann: „Kann ich sterben? Kann ich sterben?"

Ihr sanfter Blick, die leise Stimme und ihre zerbrechliche Gestalt rührten mich zutiefst. Offensichtlich litt die Frau Schmerzen und wünschte, aus ihrem verbrauchten Körper erlöst zu werden. Sie sehnte sich danach, bei ihren Lieben zu sein, die ihr im Tod vorangegangen waren.

Ich weiß nicht mehr genau, was ich damals gesagt habe. Ich versuchte ihr aber zu versichern, daß sie zu der vom Herrn bestimmten Zeit sterben könne und auch werde. Ich versuchte ihr auch zu versichern, daß sie wieder leben werde, und zwar frei von den Gebrechen, die sie jetzt belasteten.

Worum es wirklich geht

Es geht eigentlich für uns alle nicht um die Frage: Kann ich sterben? Der Tod des Körpers ist uns gewiß. Der Tod ist normal, und er zeigt sich in Todesanzeigen und an den leeren Stühlen an unserem Tisch. So, wie jeden Abend die Sonne untergeht, im Einklang mit dem Rhythmus des Lebens, so erleben wir eine vorübergehende Trennung von Körper und Geist; unsere Gebeine werden in das „kalte und stille Grab" (2 Nephi 1:14) gelegt, wohingegen unser Geist „zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat" (Alma 40:11).

Die Frage, um die es wirklich geht, lautet: „Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf?" (Ijob 14:14.) Wird das Grab unser Schicksal auf ewig besiegeln? Oder wird es eine Auferstehung geben, eine andere Sphäre der Existenz, die unsere Seele erwartet? Wer glaubt, daß das Grab die letzte Bestimmung des Menschen sei, der lebt ohne Hoffnung auf eine bessere Welt und muß nach der fatalistischen Einstellung leben: „Iß und trink und sei lustig, denn morgen sterben wir" (2 Nephi 28:7; siehe auch l Korinther 15:32). Diese Einstellung führt oft zu leichtsinnigem Herumexperimentieren, unsittlichem Verhalten und allem anderen Betragen, daß nur Elend und ein schlechtes Gewissen einbringt (siehe Alma 29:5).

Wer hingegen an ein Leben nach dem Tod glaubt, dem liegt viel mehr daran, ein sinnvolles Leben zu führen. Der Glaube an die Auferstehung und die damit zusammenhängenden Wahrheiten bringt einen dazu, die Gebote zu befolgen, von Sünden umzukehren, den Mitmenschen zu dienen und all das zu tun, was Freude und Glück bringt, und zwar in diesem wie im nächsten Leben.

Am Tag vor Ostern scheint es daher nur angebracht, die Frage zu behandeln: „Werde ich wieder leben?" Zu Ostern gedenken doch die Christen auf der ganzen Welt der Auferstehung des Herrn und Erlösers, Jesu Christi.

Zwei Arten von Beweisen

Ein bekannter Autor bezeichnet die Auferstehung Christi als „das größte Wunder und die herrlichste Tatsache der Geschichte" (Talmage, Jesus der Christus, Seite 567f., Hervorhebung hinzugefügt). Ein Wunder ist eine Kundgebung göttlicher oder geistiger Macht. Es sind keine simplen Taschenspielertricks oder von schlauen Menschen erdachte Täuschungen. Es sind Vorgänge, die von Wesen bewirkt werden, die über Kräfte jenseits irdischen Vermögens verfügen. Was könnte wohl größer sein, als daß jemand seinen Körper im Tod niederlegt und ihn in auferstandenem Zustand wieder aufnimmt, wie Jesus es tat? Nur durch göttliche Macht und durch die Gnade Gottes konnte etwas so Wunderbares geschehen.

Was ist nun mit der Behauptung, daß die Auferstehung „die herrlichste Tatsache der Geschichte" sei? Die Tatsachen hinsichtlich der Auferstehung können in zwei Gruppen oder Arten eingeteilt werden. Da sind zum einen die vielen Zeugen, die den auferstandenen Christus gesehen haben, und da ist zum anderen das Heer der Gläubigen aus Vergangenheit und Gegenwart, die durch die Kraft des eigenen Zeugnisses mit Überzeugung verkündigen: „Das Grab (hat) keinen Sieg, und der Stachel des Todes ist in Christus verschlungen." (Mosia 16:8.) Beide Arten von Beweisen sind bedeutsam und der Betrachtung wert.

Die vielen Zeugen

In der Apostelgeschichte steht geschrieben: „Ihnen hat er sich auch nach seinem Leiden durch viele unfehlbare Beweise lebend gezeigt, indem er vierzig Tage von ihnen gesehen wurde und über die Belange des Reiches Gottes gesprochen hat." (Bibelübersetzung von Joseph Smith, Apostelgeschichte 1:3, Hervorhebung hinzugefügt.)

Zu den vielen Zeugen beziehungsweise den „unfehlbaren Beweisen" zählen auch Hunderte von Anhängern, die den auferstandenen Herrn bei verschiedenen Anlässen gesehen haben.

Er erschien zuerst Maria aus Magdala

Er erschien Johanna, Maria (der Mutter des Jakobus) und auch den übrigen Frauen, die bei ihnen waren (siehe Lukas 24:10). Sie „warfen sich vor ihm nieder und umfaßten seine Füße" (Matthäus 28:9).

Er erschien Petrus - dem, der ihn dreimal verleugnet hatte (siehe Lukas 24:34).

Er erschien zwei Jüngern, die auf der Straße unterwegs waren (siehe Lukas 24:13-32).

Er erschien seinen geliebten Aposteln wenigstens vier Mal.

Er wurde nach der Kreuzigung von „mehr als fünfhundert Brüdern zugleich" gesehen, wie Paulus schreibt (l Korinther 15:6).

Mehr noch: „Die Gräber öffneten sich, und die Leiber vieler Heiliger, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen." (Matthäus 27:52,53.)

Selbst angesichts all dieser Augenzeugen gab es noch Skeptiker. Einige hielten die Worte der Frauen für Geschwätz (siehe Lukas 24:11). Jesus tadelte die beiden Jünger, indem er sagte: „Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben." (Lukas 24:25.) Einige rügte er, „weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten" (Markus 16:14).

Man fragt sich, wie irgend jemand an der Auferstehung zweifeln kann, nachdem er die Berichte der Frauen, der Jünger und der Apostel gelesen hat. Welch besseren Beweis kann man sich wünschen, als eine Tatsachenschilderung aus der heiligen Schrift?

Es gibt aber noch mehr. Johannes schreibt: „Das Zeugnis von zwei Menschen ist gültig." (Johannes 8:17.) Wenn das gilt, dann darf man gewiß das Zeugnis nicht übergehen, das ein zweites Volk davon ablegt, daß Christus dem Grab entronnen ist. Ich meine damit natürlich den Bericht des Buches Mormon über das Erscheinen Christi in der westlichen Hemisphäre nach seinem Leben in der Sterblichkeit.

Bei einem Tempel im Lande namens Überfluß hörten etwa 2 500 Menschen eine leise, durchdringende Stimme, die sagte: „Seht meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe - ihn höret!" (3 Nephi 11:7.) Voll Staunen standen sie da und erlebten eine Wandlung im Herzen, als sie hörten, wie Gott, der ewige Vater, seinen einziggezeugten Sohn vorstellte - durch den er die Gabe der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens allen seinen Kindern zugänglich macht (siehe Johannes 3:16).

Die Menschen sahen, wie ein Mann vom Himmel herniederstieg. Sie hörten ihn sagen: „Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen." (3 Nephi 11:10.) Dann forderte er die Menschen auf, einzeln vorzutreten und mit eigenen Augen zu sehen und mit eigenen Händen die Nägelmale in seinen Händen und Füßen zu fühlen (siehe 3 Nephi 11:14-17).

Viele Menschen auf zwei Kontinenten waren Augenzeugen des auferstandenen Christus. Man kann über diese herrliche Tatsache also folgendes sagen: „Die Auferstehung Jesu Christi ist durch viel überzeugendere Beweise erhärtet als die von uns anerkannten geschichtlichen Ereignisse im allgemeinen." (Jesus der Christus, Seite 568.)

Das persönliche Zeugnis

„Unfehlbare Beweise" in geistigen Belangen, etwa für die Auferstehung Christi, sind nicht greifbar, sondern sie kommen aus dem Herzen. Sie sind nicht mit dem bloßen Auge zu sehen, sondern mit dem „Auge des Glaubens" (Ether 12:19). Sie entstehen auch nicht durch Berührung mit dem Finger. Die Wirklichkeit geistiger Dinge wird dadurch belegt, daß durch das gesprochene oder geschriebene Wort Gottes die Gefühle angesprochen werden (siehe l Nephi 17:45). Ich sage das, denn „der Geist spricht die Wahrheit und lügt nicht. Darum spricht er von etwas, wie es wirklich ist, und von etwas, wie es wirklich sein wird" (Jakob 4:13). Der Heilige Geist befaßt sich mit Tatsachen und nicht mit eingebildeten Geschehnissen.

Sie erinnern sich, daß die beiden Jünger, die auf der Straße nach Emmaus mit Jesus gingen und mit ihm sprachen, ihn zunächst nicht erkannten. Später aber „gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn", als sie sich vor Augen führten: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloß?" (Lukas 24:31,32.)

Sie erinnern sich auch, daß Jesus zu Thomas sagte: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig. … Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben." (Johannes 20:27,29.)

Unser „Auge des Glaubens" wird auch aufgetan und wir werden mit Sicherheit wissen, daß er lebt und daß wir wieder leben werden, wenn wir dieser seiner Aufforderung vertrauen und ihr folgen: „Wandle mit mir!" (Siehe Mose 6:34.)

Ja, wir wandeln mit ihm in der Wildnis und fühlen seine Gegenwart, wenn wir fasten und beten und der Versuchung widerstehen.

Wir wandeln mit ihm zum Jakobsbrun-

Wir wandeln mit ihm in Galiläa, wenn wir die Wahrheit lehren und danach leben.

Wir wandeln mit ihm in Getsemani, wenn wir die Bürde anderer Menschen auf uns nehmen.

Wir wandeln mit ihm auf die Schädelhöhe, wenn wir unser Kreuz auf uns nehmen und allem Ungöttlichen und allen weltlichen Gelüsten entsagen (siehe Bibelübersetzung von Joseph Smith, Matthäus 16:26).

Wir leiden mit ihm auf Golgota, wenn wir unsere Zeit, unsere Talente und unsere Mittel dem Aufbau des Reiches Gottes opfern.

Wir erheben uns mit ihm zu neuem Leben, wenn wir danach trachten, geistig von neuem geboren zu werden und danach streben, seine Söhne und Töchter zu werden.

Und, indem wir seinen Spuren folgen (siehe l Petrus 2:21), erlangen wir die persönliche Überzeugung oder den unfehlbaren Beweis, daß er lebt, daß er der Sohn des lebendigen Gottes ist und daß er unser Erlöser ist.

Zum Abschluß

Ich kann nicht zurückkehren zu der lieben alten Frau im Rollstuhl, die bettelte: „Kann ich sterben?" Sie hat längst die Brücke zwischen Erde und Himmel überschritten - die Brücke, die wir Tod nennen. Sie weiß nun besser als ich, daß sterben und wieder leben feststehende Tatsachen sind. Sie weiß mit Gewißheit, daß „der Tod in der Lebensgeschichte kein Punkt, sondern ein Komma ist" (Amos John Traver), denn sie ist heimgegangen und ist umfangen von den Armen der Liebe Gottes (siehe 2 Nephi 1:15).

Ob wir jung sind oder alt, wir brauchen „wegen (unserer) Hoffnung auf Christus und (unserer) Ansicht von ihm und wegen der Auferstehung … den Tod nicht mit dem mindesten Schrecken (betrachten); denn der Tod (ist für uns) im Sieg Christi über den Tod verschlungen" (Alma 27:28). Er ist unser Erlöser; er ist „die Auferstehung und das Leben" (Johannes 11:25). Ich bezeuge feierlich, daß wir wieder leben werden! Dieses Zeugnis begründet sich auf die Worte von Augenzeugen, einschließlich der neuzeitlichen Propheten, die den lebendigen Gott und den lebendigen Christus gesehen und gehört haben (siehe LuB 76:22-24; Joseph Smith - Lebensgeschichte 1:17), und auf persönliche und heilige Erfahrungen des Geistes bei dem Versuch, mit Gott zu wandeln. Im Namen Jesu Christi. Amen.



Was wissen wir über das Leben nach dem Tod?


„Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf?“ Ja!

Doch was kommt dann?


Wie Ijob haben sich seit jeher viele Menschen die Frage gestellt: „Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf?“ (Ijob 14:14.) Auf diese Frage mit einem lauten „Ja!“ antworten zu können, ist ein besonderer Vorzug derer, die ein Zeugnis von Jesus Christus und seiner Auferstehung haben.

Doch viele unserer Mitmenschen leben „ohne Gott in der Welt“ (Epheser 2:12) und müssen sich bei all den verschiedenen Fakten und Ansichten über den Tod irgendwie eine Meinung bilden. Zum einen sehen sie mit eigenen Augen die „harte Wirklichkeit“, dass der Tod unweigerlich jeden trifft: Bisher haben sie noch niemanden zurückkommen sehen. Zum anderen sind Berichte über Nah-Tod-Erfahrungen weit verbreitet und weisen bemerkenswerte Übereinstimmungen auf. Hinzu kommt, dass es in allen menschlichen Kulturen auf der Welt schon immer Vorstellungen über das Leben nach dem Tod gegeben hat. Auch diese Übereinstimmung verlangt nach einer Erklärung.

Aber die Gewissheit, dass unser Leben nicht mit dem Tod endet, kommt von Gott, der dies von Anfang an durch zahlreiche Zeugen offenbart hat, darunter Propheten, Apostel und, am wichtigsten, der Heilige Geist.

Von Anfang an

Der Erlösungsplan wurde bereits unseren ersten Eltern, Adam und Eva, kundgetan. Sie erfuhren vom Evangelium Jesu Christi und wie sie in die Gegenwart des himmlischen Vaters zurückkehren konnten. Sie verstanden auch, dass zurückkehren bedeutet, dass wir zuvor in seiner Gegenwart gelebt haben. Daher war es Adam und Eva von Anfang an deutlich bewusst, dass es mehr gibt als nur dieses Leben. Sie wussten – und lehrten ihre Kinder –, dass sie dank dem Sühnopfer Jesu Christi nach diesem Leben auferstehen und, wenn sie gehorsam sind, ewiges Leben erlangen (siehe Mose 5:10-12).

Säkulare Theorien unterstellen, dass der Glaube an ein Leben nach dem Tod eine Nebenerscheinung ist, die aus einem universellen psychologischen Bedürfnis erwächst. Doch die weit verbreitete Vorstellung von einem Leben nach dem Tod stammt vielmehr aus einer Art vererbter oder kollektiver Erinnerung (womöglich sogar einer vorirdischen Erinnerung) an das, was von Anfang an offenbart und von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Was Präsident Joseph F. Smith (1838–1918) einmal über häufig anzutreffende religiöse Gebräuche sagte, trifft auch auf weit verbreitete Glaubensansichten wie das Leben nach dem Tod zu: „Zweifelsohne wurde das Wissen darüber … durch die Nachkommenschaft Adams in alle Länder verbreitet und … durch Noach weitergegeben … an diejenigen, die nach ihm kamen, und so in alle Nationen und Länder verbreitet.“ („Discourse“, Deseret News, 19. Februar 1873, Seite 36.)

Die Vorstellung von einem Leben, das nach dem jetzigen kommt, ist deshalb überall anzutreffen, weil sie gleichzeitig mit dem Ursprung der Menschheit aufkam.

Klare und kostbare Wahrheiten

Als Heilige der Letzten Tage können wir denjenigen, die ohne Gott in der Welt leben, Hoffnung verleihen und ihnen voller Zuversicht die Wahrheit über unser Dasein bezeugen: Der Tod ist nicht das Ende. Aufgrund der vielen klaren und kostbaren Wahrheiten des wiederhergestellten Evangeliums, die uns offenbart worden sind, können wir außerdem viele Fragen über das Leben nach dem Tod beantworten. Nachstehend finden Sie kurze Antworten auf einige solcher Fragen.

 

WAS GESCHIEHT MIT UNS DIREKT NACH DEM TOD?

 

Wenn wir sterben, trennt sich der Geist vom Körper und kommt in die Geisterwelt (siehe Jakobus 2:26; Alma 40:11).

WIE IST UNSER GEIST BESCHAFFEN?

Unser Geistkörper sieht genauso aus wie im vorirdischen Leben: ein vollkommener, erwachsener menschlicher Körper (siehe Ether 3:16; siehe auch Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph F. Smith, Seite 131f.). Nach dem Tod wird unser Geist die gleichen Einstellungen, Vorlieben und Begierden haben wie zum Zeitpunkt unseres irdischen Todes (siehe Alma 34:34).

 

WAS IST UNTER DEM GEIST ZU VERSTEHEN?

 

Geist ist eine Form der Materie, nur „feiner oder reiner“ (Lehre und Bündnisse 131:7).

 

WIE IST ES IN DER GEISTERWELT?

 

In der Geisterwelt teilen sich die Geister im Wesentlichen in zwei Zustände oder Bereiche auf: das Paradies und das Gefängnis der Geister. Der Geist der Rechtschaffenen kommt in das Paradies: ein „Zustand der Ruhe, [ein] Zustand des Friedens, wo er von all seinen Beunruhigungen und von allem Kummer und aller Sorge ausruhen wird“ (Alma 40:12). Der Geist der Menschen, die das Evangelium Jesu Christi noch nicht empfangen haben, befindet sich, so heißt es, im Gefängnis der Geister (siehe 1 Petrus 3:18-20). Sie können sich immer noch zwischen Gut und Böse entscheiden und das Evangelium annehmen oder verwerfen. Die Geister im Paradies können ihnen das Evangelium predigen (siehe Lehre und Bündnisse 138). Diejenigen, deren Geist lange Zeit vom Körper getrennt ist, betrachten diese Trennung als „Gefangenschaft“ (Lehre und Bündnisse 45:17; 138:50).

 

WAS IST DER HIMMEL?

 

Der Himmel wird im Allgemeinen als der Ort betrachtet, wo Gott wohnt und wo schließlich auch die Rechtschaffenen leben werden. In diesem Sinne unterscheidet er sich vom Paradies in der Geisterwelt.

 

WAS IST DIE HÖLLE?

 

In den heiligen Schriften kann sich der Begriff Hölle auf zweierlei beziehen: „Erstens ist sie der befristete Aufenthaltsort für diejenigen in der Geisterwelt, die [auf Erden] ungehorsam waren. … Zweitens ist sie der dauerhafte Aufenthaltsort derer, die nicht durch das Sühnopfer Jesu Christi erlöst sind.“ (Schriftenführer, „Hölle“, scriptures.lds.org.) Allgemein betrachtet ist sie der geistige Zustand, den diejenigen erleiden, die das Evangelium verworfen haben. Joseph Smith hat erklärt: „Das große Elend der abgeschiedenen Geister … besteht darin, dass sie sich bewusst sind, die Herrlichkeit verloren zu haben, deren sich andere erfreuen und die sie selber hätten genießen können; sie sind ihre eigenen Ankläger.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 247.)

 

WAS IST DIE AUFERSTEHUNG?

 

Die Auferstehung ist die Wiedervereinigung von Geist und Körper in einem vollkommenen und unsterblichen Zustand (siehe Alma 11:43).

 

WER WIRD AUFERSTEHEN?

 

Alle Menschen, die auf der Erde gelebt haben, werden auferstehen (siehe 1 Korinther 15:22; Alma 11:44).

 

WANN WERDEN WIR AUFERSTEHEN?

 

Die Menschen werden zu unterschiedlichen Zeiten auferstehen. Die Auferstehung Jesu Christi leitete die erste Auferstehung oder die Auferstehung der Gerechten ein. Seitdem sind einige rechtschaffene Menschen bereits auferstanden. Nach dem Zweiten Kommen Jesu Christi werden viele weitere rechtschaffene Menschen auferstehen. Während des Millenniums werden weitere gute Menschen auferstehen. Nach dem Millennium werden die Schlechten auferstehen (siehe Lehre und Bündnisse 76:32-112; 88:97-101).

 

WIE WIRD UNSER AUFERSTANDENER KÖRPER BESCHAFFEN SEIN?

 

Ein auferstandener Körper ist aus Fleisch und Knochen (siehe Lukas 24:39), unsterblich (siehe Alma 11:45), vollkommen (siehe Alma 11:43), herrlich und schön. „Es gibt keinen schöneren Anblick als den eines auferstandenen Mannes oder einer auferstandenen Frau.“ (Präsident Lorenzo Snow [1814–1901]), zitiert in Liahona, März 2014, Seite 21.)

 

WAS GESCHIEHT NACH DER AUFERSTEHUNG?

 

Nachdem alle Menschen auferstanden sind und das Millennium zu Ende gegangen ist, werden wir in die Gegenwart Gottes gebracht, um gemäß unseren Worten, Taten, Gedanken und Wünschen gerichtet zu werden (siehe Offenbarung 20:12; Alma 12:14; Lehre und Bündnisse 137:9). Jesus Christus wird unser Richter sein (siehe Johannes 5:22,27-29; 2 Korinther 5:10).

 

WAS GESCHIEHT NACH DEM JÜNGSTEN GERICHT?

 

Nach dem Jüngsten Gericht werden wir unseren ewigen Lohn erhalten:

Celestiales Reich: der Wohnort des Vaters im Himmel, Jesu Christi und all derer, die die Voraussetzungen für das ewige Leben erfüllt haben und alle Bündnisse des Evangeliums eingegangen sind und sie gehalten haben (siehe Lehre und Bündnisse 76:50-70)

Terrestriales Reich: der Wohnort der guten Menschen, die das Evangelium Jesu Christi nicht angenommen haben, aber es in der Geisterwelt empfangen haben, oder die im Zeugnis Jesu Christi nicht tapfer waren (siehe Lehre und Bündnisse 76:71-80)

Telestiales Reich: der Wohnort derer, die ein schlechtes Leben geführt und das Evangelium Jesu Christi nicht angenommen haben und erst nach dem Millennium auferweckt werden (siehe Lehre und Bündnisse 76:81-89)

Endlose Strafe: der Endzustand der Söhne des Verderbens wie auch des Teufels und seiner Engel (siehe Lehre und Bündnisse 76:31-49)

 

WAS WERDEN DIE MENSCHEN IM CELESTIALEN REICH TUN?

 

Diejenigen, die den höchsten Grad des celestialen Reiches ererben, werden erhöht; das heißt, sie werden ewiges Leben haben, wie unser Vater im Himmel werden und alles empfangen, was der Vater hat. Wie der Vater im Himmel zu werden bedeutet, seine vollkommenen Eigenschaften zu erwerben, zu denen Liebe und Dienst am Nächsten zählen.1 Es bedeutet auch, an seinem Werk und seiner Herrlichkeit teilzuhaben, nämlich „die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“ (Mose 1:39). Erhöhung bedeutet unter anderem, für die Ewigkeit als Ehepaar gesiegelt zu sein, in einer ewigen Familie zu leben und ewige Nachkommenschaft zu haben (siehe Lehre und Bündnisse 76:59,62; 130:2; 132:19-23).


Die Bedeutung von Tod und Auferstehung


von Präsident Wilford Woodruff


Wenn ein geliebter Mensch stirbt und wenn wir über unsere eigene Sterblichkeit nachdenken, können wir im wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi und der ewigen Wahrheit, dass wir alle auferstehen, Trost und Gewissheit finden.


Anfang August 1839 verließ Elder Wilford Woodruff sein Zuhause in Montrose, Iowa, um dem Ruf des Herrn zu folgen, eine Mission auf den Britischen Inseln zu erfüllen. Er sagte seiner Frau Phoebe und dem einzigen Kind, der einjährigen Sarah Emma, Lebewohl. Phoebe war damals mit Wilford Jr. schwanger, der am 22. März 1840 geboren werden sollte.

Ein paar Monate später war Elder Woodruff im Osten der Vereinigten Staaten, predigte das Evangelium und bereitete sich auf die Fahrt nach Großbritannien vor. In dieser Zeit hielt er drei verschiedene Träume in seinem Tagebuch fest, in denen er seine Frau sah. Nach dem ersten Traum schrieb er in sein Tagebuch: „Ich sah Mrs. Woodruff im Traum in Montrose. Sie war sehr bekümmert. Sarah Emma sah ich nicht.“1 Auch vom zweiten Traum berichtete er nur ganz kurz: „In der Nacht hatte ich einen Traum, in dem ich mich mit Mrs. Woodruff unterhielt, aber Sarah Emma sah ich nicht.“2Der dritte Traum war etwas ausführlicher: „Wir freuten uns sehr, dass wir uns unterhalten konnten, wir umarmten uns, doch es gab auch Kummer, denn nachdem ich sie über ihre häuslichen Angelegenheiten befragt hatte, fragte ich sie, wo Sarah Emma war. … Weinend sagte sie: ‚Sie ist tot.‘ Wir trauerten miteinander, dann wachte ich auf. … Ist dieser Traum wahr? Das kann nur die Zeit zeigen.“3

Am 14. Juli 1840 berichtete Elder Woodruff, der inzwischen in Großbritannien war, in seinem Tagebuch von einem wichtigen Tag für seine Familie: „Sarah Emma wird heute zwei Jahre alt. Möge der Herr meine Frau und meine Kinder vor Krankheit und Tod bewahren, bis ich zurückkehre.“ Da er immer den Willen des Herrn anerkannte, fügte er hinzu: „O Herr, ich vertraue sie dir an; ernähre, bekleide und tröste sie, und dein sei die Herrlichkeit.“4 Drei Tage später starb die kleine Sarah Emma.

Elder Woodruff erfuhr erst am 22. Oktober 1840 vom Tod seiner Tochter, als er in einem Brief, den einer seiner Brüder vom Kollegium der Zwölf erhalten hatte, die Nachricht las.5 Vier Tage später erhielt er schließlich die Nachricht von Phoebe. Der Brief war vom 18. Juli datiert. Er schrieb einen Teil ihres Briefes in sein Tagebuch:

„Mein lieber Wilford, was wirst du wohl empfinden, wenn ich dir sage, dass ich gestern Zeuge sein musste, wie unsere kleine Sarah Emma aus dieser Welt schied? Ja, sie ist fort. Die erbarmungslose Hand des Todes hat sie mir aus den Armen gerissen. … Wenn ich sie ansah, fragte ich mich oft, was ich fühlen würde, wenn ich mich von ihr trennen müsste. Ich dachte, ich könnte ohne sie nicht leben, schon gar nicht jetzt, wo mein Mann nicht bei mir ist. Aber sie ist gegangen. Der Herr hat sie aus einem weisen Zweck zu sich nach Hause genommen.

Es ist eine Prüfung für mich, aber der Herr ist mir auf wunderbare Weise zur Seite gestanden. Ich verstehe und begreife, dass er sie nach Hause geholt hat und für eine kleine Weile, bis ich sie wiedersehe, besser für sie sorgen wird, als es mir möglich war. Ja, Wilford, wir haben einen kleinen Engel im Himmel, und ich kann mir vorstellen, dass ihr Geist dich bereits besucht hat.

Es ist schwer, ohne sie zu leben. … Sie gab mir einen Kuss für ihren Papa, bevor sie starb. … Die Ältesten legten ihr mehrmals die Hände auf und salbten sie, aber am nächsten Tag reiste ihr Geist ohne einen Seufzer von dieser in eine andere Welt

Heute waren Wilford [Jr.] und ich, zusammen mit einigen Freunden, die uns begleiteten, in Commerce [in Illinois], um unserem kleinen Liebling die letzte Ehre zu erweisen und sie ordentlich zu begraben. Außer ihrer Mama und dem kleinen Wilford hatte sie keine Verwandten, die ihr zum Grab folgten und um sie weinten. … Eben habe ich einen schönen, melancholischen Spaziergang zu Sarahs Grab gemacht. Sie liegt allein in Frieden. Ich kann sagen: Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn. [Siehe Ijob 1:21.]“6

Abgesehen von dem Auszug aus Phoebes Brief schrieb Elder Woodruff nur ganz wenig über den Tod seiner Tochter. Er sagte nur, dass Sarah Emma „aus diesem Leben genommen“ worden und „gegangen war“ und niemand sie „in diesem Leben mehr wiedersehen wird“.7

In den 91 Jahren seines Lebens erlebte Wilford Woodruff oftmals den Tod eines geliebten Menschen, darunter einige Familienangehörige und alle Apostel, mit denen er unter der Leitung des Propheten Joseph Smith gedient hatte. In diesen schweren Zeiten fand er Trost in seinem Zeugnis vom wiederhergestellten Evangelium und der ewigen Wahrheit, dass wir alle auferstehen.8 Er lehrte oft, dass der Tod eines rechtschaffenen Heiligen der Letzten Tage sowohl eine schwierige Zeit als auch eine Zeit der Freude ist. Gegen Ende seines Lebens schrieb er sogar die folgenden Anweisungen hinsichtlich seiner eigenen Beerdigung: „Meine Familie und meine Freunde sollen bei meiner Beerdigung und auch danach kein Zeichen der Trauer tragen, denn wenn ich bis zum Tod treu und glaubenstreu bin, dann braucht keiner um mich zu trauern.“9

Lehren von Wilford Woodruff

WENN EIN MENSCH STIRBT, BETRITT SEIN GEIST DIE GEISTERWELT, WO DIE RECHTSCHAFFENEN SICH MITEINANDER FREUEN UND WEITER IM WERK DES HERRN ARBEITEN.

Viele Menschen glauben, dass alles zu Ende ist, wenn ein Mensch stirbt, dass es kein Jenseits gibt. Kann ein vernünftiger Mensch glauben, dass der Gott des Himmels zwei- oder dreihundert Milliarden Geister erschafft und sie in eine sterbliche Hülle kleidet, nur damit sie auf der Erde leben und dann sterben und in Vergessenheit geraten oder ausgelöscht werden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein denkender Mensch so etwas glauben kann. Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand und ernsthafter Überlegung.10

Wenn wir um den Verlust unserer lieben Freunde trauern, dann muss ich immer daran denken, dass jeder Tod auch eine Geburt ist; der Geist hinterlässt den toten Körper und geht lebendig auf die andere Seite des Schleiers zu der großen und edlen Schar, die ebenfalls daran arbeitet, die Absichten Gottes zu erfüllen, um eine gefallene Welt zu erlösen und zu erretten.11

Es herrscht große Freude, wenn der Geist eines Heiligen des lebendigen Gottes in die Geisterwelt kommt und dort mit den Heiligen zusammenkommt, die vor ihm gegangen sind.12

Manche arbeiten auf dieser Seite des Schleiers, andere auf der anderen Seite. Wenn wir hier verweilen, wirken wir in der Sache der Errettung, und wenn wir dorthin gehen, werden wir unser Wirken bis zum Kommen des Menschensohnes fortsetzen.13

DURCH DAS SÜHNOPFER JESU CHRISTI WERDEN ALLE MENSCHEN AUFERSTEHEN, IHR GEIST WIRD SICH MIT IHREM UNSTERBLICHEN KÖRPER VEREINIGEN.

Wir wissen, dass durch Adam alle gestorben sind, dass durch den Fall der Tod über die ganze Menschheit kommen muss, auch über die Tiere des Feldes, die Fische des Meeres und die Vögel der Luft und alle Geschöpfe Gottes, soweit es diese Erde betrifft. Das ist ein unabänderliches und unwiderrufliches Gesetz. … Der Erretter selbst musste den Tod schmecken; er starb, um die Welt zu erlösen; sein Körper wurde ins Grab gelegt, erfuhr aber keine Verwesung; und nach drei Tagen erhob er sich vom Grab und bekleidete sich mit Unsterblichkeit. Er war der Erste, der auferstanden ist.14

Präsident Woodruff bezeugte, dass der Erretter „der Erste [war], der auferstanden ist“.

Ich hatte noch nie Zweifel, was die Auferstehung angeht, und habe auch jetzt keine. Ich freue mich darüber. Durch das Blut des Sohnes Gottes ist der Weg für uns frei.15

Bei der Auferstehung werden wir hervorkommen, bekleidet mit einem unsterblichen Körper, und die Verfolgungen, das Leid, der Kummer, der Schmerz und der Tod, die zur Sterblichkeit gehören, werden für immer verbannt sein.16

Die Lehre von der Auferstehung von den Toten ist wahrhaft herrlich. Der Gedanke, dass mein Geist am Morgen der Auferstehung in dem gleichen Körper wohnen darf, den er hier besaß, ist zumindest für mich tröstlich. Als Älteste Israels haben wir müde und erschöpft viele tausend Meilen zurückgelegt, um den Menschenkindern das Evangelium Jesu Christi zu predigen. Ich freue mich sehr darauf, in der Auferstehung den gleichen Körper zu erhalten, mit dem ich durch Sümpfe gewatet und durch Flüsse geschwommen bin, mit dem ich gereist bin und gearbeitet habe, um das Reich Gottes hier auf der Erde aufzubauen.17

DAS EVANGELIUM SPENDET TROST, WENN EIN GELIEBTER MENSCH STIRBT.

Ohne das Evangelium Jesu Christi ist die Trennung durch den Tod einer der bedrückendsten Gedanken, mit denen man sich beschäftigen kann; aber sobald wir das Evangelium kennen lernen und von der Auferstehung erfahren, werden die düstere Stimmung, der Kummer und das Leid, die der Tod verursacht, zu einem großen Teil weggenommen. Ich habe oft darüber nachgedacht, dass es zu den bedrückendsten Erfahrungen auf der Erde gehört, einen toten Körper zu sehen, und zu sehen, wie er ins Grab gelegt und mit Erde bedeckt wird; ohne das Evangelium ist es wie ein Sprung in die Finsternis. Doch sobald wir das Evangelium kennen lernen, sobald der Geist des Menschen vom Allmächtigen inspiriert und erleuchtet wird, kann er wie jemand vor alters ausrufen: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes ist die Sünde und die Gabe Gottes ist ewiges Leben durch unseren Herrn Jesus Christus.“ [Siehe 1 Korinther 15:55-57.] Der erleuchtete Sinn des Menschen blickt auf die Auferstehung der Toten und hat eine Grundlage, auf der sein Geist ruhen kann. Das ist der Standpunkt der Heiligen der Letzten Tage heute. Wir wissen es selbst, wir sind im Hinblick darauf nicht in Finsternis, Gott hat es uns offenbart und wir verstehen die Auferstehung der Toten und dass das Evangelium uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht hat [siehe 2 Timotheus 1:10].18

„Sobald wir das Evangelium kennen lernen und von der Auferstehung erfahren, werden die düstere Stimmung, der Kummer und das Leid, die der Tod verursacht, zu einem großen Teil weggenommen.“

Natürlich ist es schwer, von unseren Freunden Abschied zu nehmen. … Auch ist es ganz natürlich, unsere Gefühle zum Ausdruck zu bringen und zu weinen, wenn wir den Körper eines geliebten Freundes begraben, bis zu einem gewissen Grad ist das angebracht und richtig. Aber manch einer gibt sich Extremen hin, die für einen Heiligen der Letzten Tage weder angebracht noch richtig sind.19

Aus einem mir unbekannten Grund habe ich lange genug gelebt, um die Beerdigung einer Vielzahl von Propheten und Aposteln und vieler Heiliger, die in dieser Zeit und Generation in der Kirche gewirkt haben, mitzuerleben und ihnen ans Grab zu folgen. Ich hatte nie das Gefühl, ich müsse im Geist trauern, wenn ich einem Propheten, einem Apostel, einem Heiligen des lebendigen Gottes ans Grab gefolgt bin, der Gott treu war, der seinen Bündnissen treu war, der das Evangelium Jesu Christi mit seinen Verordnungen und das heilige Priestertum angenommen hat und glaubenstreu war. Diese Männer und Frauen haben ihre Mission auf der Erde ehrenvoll, eifrig und liebevoll erfüllt, bis sie heimgeholt wurden. Sie sind glaubenstreu gestorben und werden eine Krone der Herrlichkeit empfangen.

Das habe ich beim Tod von Präsident [Brigham] Young, Bruder [Heber C.] Kimball, Bruder [John] Taylor, den Zwölf Aposteln und allen Menschen empfunden, die das Evangelium Christi angenommen haben und ihre Mission treu erfüllt haben. Das Leben beruht auf einer ewigen Realität, die die ganze Welt noch erkennen wird. Der Tod beruht auf einer ewigen Realität. Die Auferstehung beruht auf einer ewigen Realität, ebenso das zukünftige Gericht und Gottes Umgang mit allen Menschen in der Zukunft gemäß den Taten, die im Leib getan wurden. Wenn ein Mensch, der mit dem Herrn einen Bund geschlossen hat, der das Evangelium samt seinen Verordnungen angenommen hat und in seiner Zeit und Generation treu und glaubenstreu gewesen ist, in die Geisterwelt heimgeholt wird, wo ist der Mensch, der diese Grundsätze versteht und dennoch um diesen Bruder oder diese Schwester trauert?20

DURCH DAS SÜHNOPFER JESU CHRISTI WERDEN ALLE KINDER, DIE STERBEN, EHE SIE DAS ALTER DER VERANTWORTLICHKEIT ERREICHT HABEN, DIE CELESTIALE HERRLICHKEIT ERERBEN.

Jeder Säugling und jedes Kind, das gestorben ist, ehe es das Alter der Verantwortlichkeit erreicht hat, ist erlöst und daher keinerlei Höllenqualen ausgesetzt. … Ich bezweifle, dass überhaupt jemand in irgendeiner heiligen Schrift eine heilige Handlung finden könnte, die für die Errettung kleiner unschuldiger Kinder vorgesehen war; es wäre schon auf den ersten Blick überflüssig. Das Einzige, was man findet, ist, dass Jesus die Kleinen in die Arme nahm und segnete, was nach der Ordnung Gottes genau das Richtige ist und war. Kleine Kinder mit Wasser zu besprengen und die Lehre, dass kleine Kinder in jedem Fall in die Hölle kommen, sind Lehren, die von Menschen stammen und nicht von Gott. Deshalb sind sie nutzlos und absolut falsch und können Gott nicht gefallen. Soviel zu den kleinen Kindern. … Sie sind durch das Blut Jesu Christi erlöst.21

Kinder sind vor dem Herrn unschuldig; was ihren Tod und dessen Grund angeht, das liegt in der Hand Gottes, und wir dürfen uns nicht mehr über den Herrn und sein Handeln beklagen als Ijob. … Einen Trost gibt es in dieser Sache: Sie sind unschuldig, sie haben keine Übertretung begangen. Sie waren dem Gesetz des Todes unterworfen, das Gott dem Adam und allen seinen Nachkommen auferlegt hat, aber als ihr Geist den Körper verließ und sie in die Geisterwelt kamen, waren ihre Schwierigkeiten und Bedrängnisse zu Ende. … Sie werden am Morgen der Auferstehung aus ihrem Grab hervorkommen, … angetan mit Herrlichkeit, Unsterblichkeit und ewigem Leben, in ewiger Schönheit und Blüte, und sie werden ihren Eltern gegeben und in den Familienverband der celestialen Welt aufgenommen werden, und ihre Eltern werden sie für immer haben. Sie werden so lange leben, wie ihr Gott lebt. Das muss für Heilige der Letzten Tage, die an die Auferstehung glauben, eine Quelle des Trostes sein. …

Für euch und mich stellt sich vielleicht die Frage: „Warum hat mir der Herr meine Kinder genommen?“ Aber das kann ich nicht beantworten, denn ich weiß es nicht; das liegt in der Hand des Herrn und so war es schon seit der Erschaffung der Welt. Manche Kinder werden schon früh heimgeholt und gehen in die Geisterwelt. Sie kommen auf die Erde und erfüllen den Zweck ihres Daseins, nämlich einen Körper aus Fleisch zu erhalten. Sie kommen, um eine Bewährungszeit und ein Erbteil auf der Erde zu erhalten; sie erhalten einen Körper, eine Hülle, und diese Hülle wird für sie bewahrt werden. Am Morgen der Auferstehung werden der Geist und der Körper wieder vereinigt, und wie wir in einer Familie Kinder unterschiedlichen Alters vorfinden, vom Baby an der Brust der Mutter bis zum jungen Mann, so wird es auch im Familienverband in der celestialen Welt sein. Unsere Kinder werden uns so zurückgegeben werden, wie sie genommen wurden, wenn wir, ihre Eltern, dem Glauben treu bleiben und uns als würdig erweisen, ewiges Leben zu erlangen. Und auch wenn wir uns nicht bewähren, werden doch unsere Kinder bewahrt und ererben die celestiale Herrlichkeit. Das ist meine Sicht im Hinblick auf alle Kinder, die sterben, ob sie unter den Juden oder Andern, unter den Rechtschaffenen oder Schlechten geboren werden. Sie kommen von ihrem ewigen Vater und ihrer ewigen Mutter, denen sie in der ewigen Welt geboren wurden, und sie werden ihren ewigen Eltern zurückgegeben werden. Alle Eltern, die hier auf der Erde nach der Ordnung Gottes und des heiligen Priestertums Kinder erhalten haben, unabhängig davon, in welchem Zeitalter sie gelebt haben, werden am Morgen der Auferstehung Anspruch auf ihre Kinder haben. Sie werden ihnen gegeben werden und ihren Familienverband in der celestialen Welt zieren. …

Unseren trauernden Freunden sage ich: Eure Kinder sind weggenommen, und ihr könnt nichts dagegen tun, niemand von uns kann etwas dagegen tun; niemand darf Eltern tadeln, wenn sie ihr Bestes getan haben. Niemand darf eine Mutter tadeln, wenn sie ihr krankes Kind nicht retten kann, wir müssen dies in der Hand Gottes lassen. Es wird nur kurze Zeit dauern, bis sie uns zurückgegeben werden. …

Was den Fortschritt, die Herrlichkeit oder Erhöhung von Kindern im zukünftigen Leben angeht, hat Gott mir darüber nichts offenbart, weder über eure Kinder noch über meine oder die Kinder von sonst jemandem. Wir wissen nur, dass sie errettet sind. Ich meine, dass wir in solcher Bedrängnis unser Vertrauen auf den Herrn setzen müssen, wir müssen uns auf seinen Arm stützen und uns an ihn wenden, um Trost zu finden. Wir trauern in solcher Bedrängnis nicht so wie diejenigen, die keine Hoffnung haben. Wir betrauern den Verlust unserer Kinder nicht so, als ob wir sie nie wiedersehen würden, denn wir wissen es besser. Der Herr hat uns eines Besseren belehrt, ebenso das Evangelium; die Offenbarungen Jesu Christi haben uns gezeigt, dass sie uns in der Auferstehung der Gerechten zurückgegeben werden. …

Ich bete, dass der himmlische Vater Bruder und Schwester Wheeler [ein Ehepaar, das kurz zuvor einen vierjährigen und einen sechsjährigen Sohn verloren hatte] in ihrem schmerzlichen Verlust segnet und ihnen seinen Heiligen Geist schenkt, damit sie, wenn sie sich abends schlafen legen und morgens aufstehen und ihre Kinder vermissen, den Wunsch haben, sich in die Hand des Herrn zu geben, und erkennen, dass die Trennung von ihren Kleinen nicht für immer ist, sondern dass sie ihnen nach kurzer Zeit zurückgegeben werden. Das gilt für uns alle, die wir ein Kind verloren haben. Wir legen sie ins Grab, aber sie werden am Morgen der Auferstehung hervorkommen, und wenn wir der Wahrheit treu bleiben, werden sie uns gegeben werden, und wir werden uns mit ihnen freuen.22

WIR MÜSSEN SO LEBEN, DASS WIR BEREIT SIND, DIE SEGNUNGEN ZU EMPFANGEN, DIE GOTT FÜR UNS VORGESEHEN HAT, WENN WIR STERBEN.

Unsere zukünftige Bestimmung liegt auf der anderen Seite des Schleiers. Wenn ich sterbe, möchte ich dorthin gelangen, wo Gott, mein himmlischer Vater, ist, und wo Jesus Christus, der Erretter der Welt, ist.23

Wir müssen uns bemühen, unsere Zeit, unsere Talente und unsere Möglichkeiten gut zu nutzen, während wir hier auf der Erde sind. Ich habe erkannt, dass diese Welt nicht unser dauerhafter Wohnort ist. Das zeigt sich jeden Tag deutlich. Von uns wird verlangt, dass wir unsere Propheten, Apostel, Ältesten, Väter, Mütter, Frauen und Kinder begraben, und das alles zeigt uns, dass das irdische Leben nicht für immer andauert. Deshalb müssen wir heute unsere Zeit gut nutzen.24

Diese Aufforderung wird in aller Deutlichkeit an die Lebenden gerichtet: „Haltet auch ihr euch bereit!“ [Matthäus 24:44.] Sie gilt für uns alle. Uns als Eltern und Ältesten Israels obliegt es, in der Sache Gottes zu arbeiten, während wir noch verweilen dürfen, und gemäß dem Licht und der Erkenntnis zu leben, womit wir gesegnet worden sind. Denn jedem Menschen ist eine Zeit bestimmt; und er nimmt viele fort, wie sein Wille es ihm gebietet. Er nimmt, wen er nehmen möchte, und verschont, wen er verschonen möchte – zu einem weisen Zweck, den nur er kennt.25

Wenn wir durch den Kummer des Erdenlebens gegangen sind und die Freude und Herrlichkeit des celestialen Reiches erlangen, dann werden wir wissen, dass die Bedrängnisse des Erdenlebens uns bereitgemacht und es ermöglicht haben, die Segnungen Gottes zu schätzen, die er für die Treuen bereithält.26

Dass dieses Volk von all seinen Sünden umkehren und aufwachen und die Kraft haben möge, vor Gott zu treten, damit seine Gebete gehört werden, dass wir bereit sein mögen, das Reich zu verteidigen und nie seine Bündnisse und seine Führer verlassen oder das Evangelium verraten mögen, sondern die Welt überwinden und bereit sein mögen, Miterben Christi zu werden und die Fülle der ersten Auferstehung zu erhalten, die bereitet ist für diejenigen, die die Gebote Gottes halten, das ist mein Gebet.27


Paul V. Johnson



Für jeden, der einmal den Tod eines lieben Menschen betrauert hat, ist die Auferstehung eine Quelle großer Hoffnung.


Vor einer Woche war Ostern, und unsere Gedanken galten erneut dem Sühnopfer und der Auferstehung des Herrn Jesus Christus. Im vergangenen Jahr habe ich ungewöhnlich viel und intensiv über die Auferstehung nachgedacht.

Vor fast einem Jahr verstarb unsere Tochter Alisa. Knapp acht Jahre lang hatte sie gegen den Krebs angekämpft. Sie hatte etliche Operationen und Behandlungen hinter sich und aufregende Wunder, aber auch bittere Enttäuschungen erlebt. Wir mussten mit ansehen, wie sich ihr Zustand gegen Ende ihres Erdenlebens zunehmend verschlechterte. Es war qualvoll, zu erleben, was mit unserer geliebten Tochter geschah – unserem kleinen Baby mit strahlenden Augen, das zu einer talentierten und wunderbaren Frau, Ehefrau und Mutter herangewachsen war. Ich glaubte, mein Herz würde daran zerbrechen.

Letztes Jahr zu Ostern, etwa einen Monat vor ihrem Ableben, schrieb Alisa: „Ostern erinnert mich an all das, was ich mir erhoffe: eines Tages geheilt und wieder ganz gesund zu sein. Eines Tages werde ich nichts mehr aus Metall oder Kunststoff in mir haben. Eines Tages werden mein Herz und meine Gedanken nicht mehr von Angst erfüllt sein. Ich bete nicht darum, dass das bald geschehen möge, aber ich bin froh, dass ich zutiefst an ein schönes Leben nach dem Tod glaube.“ Durch die Auferstehung Jesu Christi erfüllt sich genau das, worauf Alisa gehofft hatte, und auch jeder von uns wird dadurch mit Hoffnung erfüllt. Präsident Gordon B. Hinckley bezeichnete die Auferstehung als das „[größte Ereignis,] das sich in der Menschheitsgeschichte zugetragen hat“3.

Die Auferstehung wird durch das Sühnopfer Jesu Christi zuwege gebracht und bildet den Dreh- und Angelpunkt des großen Erlösungsplans. Wir sind Geistkinder himmlischer Eltern. Wenn wir zur Erde kommen, vereint sich unser Geist mit unserem Körper. Wir erleben die Freuden und Herausforderungen des Erdenlebens. Wenn jemand stirbt, trennt sich der Geist vom Körper. Durch die Auferstehung wird der Geist wieder mit dem Körper vereint, diesmal jedoch ist der Körper unsterblich und vollkommen – frei von Krankheit, Schmerz oder sonstigen Gebrechen.

Nach der Auferstehung werden Geist und Körper nie mehr voneinander getrennt, denn die Auferstehung des Erretters brachte den endgültigen Sieg über den Tod. Damit wir unsere ewige Bestimmung erlangen können, muss die unsterbliche Seele, nämlich Körper und Geist, für immer vereint sein. Sind Geist und unsterblicher Körper untrennbar miteinander verbunden, können wir eine Fülle der Freude empfangen. Ohne die Auferstehung könnten wir dies nicht, sondern müssten für immer im Elend verbleiben. Selbst treue und rechtschaffene Menschen betrachten die Trennung von Körper und Geist als Gefangenschaft. Durch die Auferstehung werden wir aus dieser Gefangenschaft befreit; sie erlöst uns von den Banden oder Ketten des Todes. Für die Errettung brauchen wir sowohl unseren Geist als auch unseren Körper.

Jeder von uns hat physische, psychische oder seelische Einschränkungen oder Schwächen. All diese Schwierigkeiten, von denen heute noch einige unüberwindbar erscheinen, werden irgendwann behoben sein. Nach der Auferstehung werden uns diese Probleme nicht länger plagen. Alisa hatte die Überlebensrate für Patienten mit ihrer Krebserkrankung recherchiert, und sie war nicht gerade vielversprechend. Sie schrieb: „Es gibt jedoch ein Heilmittel, und darum habe ich keine Angst. Jesus hat bereits meinen und auch euren Krebs geheilt. … Es wird mir besser gehen. Ich bin froh, dass ich das weiß.“

Wir können das Wort Krebs durch jedes andere körperliche, psychische oder seelische Leiden ersetzen, dem wir ausgesetzt sind. Dank der Auferstehung ist auch jedes davon bereits geheilt. Das Wunder der Auferstehung, die endgültige Heilung, liegt nicht in der Macht der modernen Medizin. Aber sie liegt in der Macht Gottes. Das wissen wir, weil der Erretter auferstanden ist und auch die Auferstehung jedes Einzelnen von uns zustande bringen wird. Die Auferstehung des Erretters ist Beweis dafür, dass er der Sohn Gottes ist und dass das, was er gesagt hat, der Wirklichkeit entspricht. „Er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ Es könnte keinen überzeugenderen Beweis für seine Göttlichkeit geben als den, dass er mit einem unsterblichen Körper aus dem Grab hervorkam.

Wir wissen von Augenzeugen der Auferstehung zur Zeit des Neuen Testaments. Neben den Männern und Frauen, über die wir in den Evangelien lesen, haben wir durch das Neue Testament die Gewissheit, dass Hunderte von Menschen den auferstandenen Herrn tatsächlich gesehen haben und im Buch Mormon erfahren wir von Hunderten weiteren: „Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite[; sie sahen] mit eigenen Augen [und fühlten] mit eigenen Händen [und wussten] mit Gewissheit [und gaben] Zeugnis …, dass er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen.“

Diesen Zeugen aus alter Zeit schließen sich Zeugen aus den Letzten Tagen an. So wurde diese Evangeliumszeit damit eingeleitet, dass Joseph Smith den auferstandenen Erretter und auch den Vater sah. Lebende Propheten und Apostel haben bezeugt, dass Christus wirklich auferstanden ist und lebt. Wir können also sagen, dass auch „uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt“. Und jeder, der durch die Macht des Heiligen Geistes weiß, dass das, was wir zu Ostern feiern, tatsächlich geschehen ist, dass die Auferstehung Wirklichkeit ist, ist Teil dieser „Wolke von Zeugen“.

Weil der Erretter tatsächlich auferstanden ist, weicht unser Kummer der Hoffnung, denn damit geht die Gewissheit einher, dass alle weiteren Verheißungen des Evangeliums ebenso real sind – Verheißungen, die nicht weniger einem Wunder gleichkommen als die Auferstehung. Wir wissen, dass der Erretter die Macht hat, uns von all unseren Sünden zu reinigen. Wir wissen, dass er all unsere Schwächen und Schmerzen und die Ungerechtigkeiten, die wir erleiden, auf sich genommen hat. Wir wissen, dass er „von den Toten [auferstanden ist], mit Heilung in seinen Flügeln“. Wir wissen, dass er uns heilen kann, und zwar unabhängig davon, was in uns zerbrochen ist. Wir wissen, dass er „alle Tränen von [unseren] Augen abwischen [wird]: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal“. Wir wissen, dass wir „vollkommen gemacht [werden können] durch Jesus, [der] dieses vollkommene Sühnopfer bewirkt hat“, wenn wir nur Glauben aufbringen und ihm nachfolgen.

Ziemlich zum Schluss seines inspirierenden Oratoriums hat Händel im Messiasdie Worte des Apostels Paulus – seine Freude an der Auferstehung – in herrliche Musik gefasst:

„Seht, ich enthülle euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden –

plötzlich, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenschall. Die Posaune wird erschallen, die Toten werden zur Unvergänglichkeit auferweckt, wir aber werden verwandelt werden.

Denn dieses Vergängliche muss sich mit Unvergänglichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit. …

Dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg.

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? …

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn.“

Ich bin für die Segnungen dankbar, die dank des Sühnopfers und der Auferstehung des Herrn Jesus Christus uns gehören. Für jeden, der einmal ein Kind zu Grabe tragen, am Sarg eines Ehepartners weinen oder den Tod von Vater, Mutter oder einem anderen lieben Menschen betrauern musste, ist die Auferstehung eine Quelle großer Hoffnung. Wie wundervoll wird es doch sein, sie alle wiederzusehen, und zwar nicht nur als Geist, sondern mit auferstandenem Körper.

Ich sehne mich danach, meine Mutter wiederzusehen, von ihr sanft berührt zu werden und in ihre liebevollen Augen zu schauen. Ich möchte das Lächeln meines Vaters sehen, sein Lachen hören und ihn als auferstandenes, vollkommenes Wesen erleben. Mit Glauben sehe ich vor meinem geistigen Auge, wie die Probleme der Welt und der Stachel des Todes Alisa nichts anhaben können, einer auferstandenen, vervollkommneten Alisa, siegreich und mit einer Fülle der Freude.

Vor einigen Jahren schrieb sie zu Ostern ganz schlicht: „Christi Name bringt Leben. So viel Hoffnung. Jederzeit und durch alles. Ostern bedeutet mir viel. Es erinnert mich daran.“

Ich bezeuge, dass die Auferstehung eine Tatsache ist. Jesus Christus lebt, und dank ihm werden auch wir wieder leben. Im Namen Jesu Christi. Amen.


Präs. Russell M. Nelson


Prophet und Präs. der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen)
Präs. Russell M. Nelson

Das Tor des Todes


„ Wenn wir von der Erde zu dem Leben in unserer himmlischen Heimat zurück-kehren wollen, müssen wir das Tor des Todes durchschreiten - es führt kein Weg daran vorbei. Wir werden geboren, um zu sterben, und wir sterben, um zu leben."


Ich habe mich vor kurzem bei der Beerdigung eines Freundes mit zwei bekannten Brüdern - Chirurgen und ehemaligen Kollegen von mir - unterhalten, beides Witwer. Sie sagten, sie gingen durch die schwierigste Zeit ihres Lebens und könnten sich nur schwer daran gewöhnen, den fast unerträglichen Verlust ihrer Frau zu überwinden. Diese großartigen Männer erzählten mir, sie machten einmal in der Woche füreinander das Frühstück - wobei sie sich mit ihrer Schwester abwechselten - um die Einsamkeit zu mildern, in die das Tor des Todes sie geführt hatte.

Der Tod trennt Geist und Körper voneinander, die ja zusammen die Seele des Menschen sind (siehe LuB 88:15). Diese Trennung bringt Trauer und Schock über diejenigen, die zurückbleiben. Der Schmerz ist sehr real und nur in seiner Intensität unterschiedlich. Manches Tor ist gewichtiger als andere. Das Gefühl, daß es sich um ein tragisches Ereignis handelt, hat wohl auch etwas mit dem Alter zu tun. Im allgemeinen ist die Trauer um so größer, je jünger das Opfer ist. Aber selbst wenn ein älterer oder kranker Mensch von seinen Leiden erlöst wird, sind die Angehörigen nur selten bereit, ihn wirklich gehen zu lassen. Die einzige Lebensdauer, die dem menschlichen Sehnen entspricht, ist wohl immerwährendes Leben.

Trauer

Ungeachtet des Alters trauern wir um jemanden, den wir lieben und den wir verloren haben. Die Trauer gehört zu den tiefsten Ausdrucksformen reiner Liebe. Sie ist eine natürliche Reaktion und völlig in Einklang mit dem göttlichen Gebot: „Ihr sollt liebevoll miteinander leben, so daß ihr über den Verlust derer, die sterben, weint." (LuB 42:45.)

Außerdem würden wir das freudige Wiedersehen später nicht voll zu schätzen wissen, wenn wir uns jetzt nicht unter Tränen trennen müßten. Dem Tod kann der Schmerz nur dann genommen werden, wenn dem Leben die Liebe genommen wird.

Aus dem Blickwinkel der Ewigkeit

Der Blickwinkel der Ewigkeit schenkt uns inneren Frieden, „der alles Verstehen übersteigt" (Philipper 4:7). Der Prophet Joseph Smith sprach einmal anläßlich der Beerdigung eines lieben Freundes die folgende Ermahnung aus: „Wenn wir einen lieben Freund verlieren, den wir ins Herz geschlossen haben, soll uns das eine Warnung sein. … Unsere Zuneigung soll sich auf Gott und sein Werk richten, und zwar mit stärkerem Gefühl als auf unsre Mitmenschen." (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 221.)

Das Leben beginnt nicht mit der Geburt, und es hört mit dem Tod nicht auf. Vor unserer Geburt haben wir beim Vater im Himmel gelebt - als seine Geistkinder. Wir haben voll Vorfreude darauf gewartet, auf die Erde zu kommen und einen irdischen Körper zu erhalten. Ganz bewußt haben wir uns die Risiken der Sterblichkeit gewünscht, weil sie uns den Gebrauch der Entscheidungsfreiheit und Verantwortung ermöglicht. Dieses Leben sollte ein Zustand der Bewährung sein, „eine Zeit, in der man sich bereitmachen soll, Gott zu begegnen." (Alma 12:24.) Aber wir haben die Heimkehr als den besten Teil dieser langersehnten Reise betrachtet, genauso wie jetzt. Ehe wir eine Reise antreten, möchten wir die Gewißheit haben, daß wir eine Rückfahrkarte haben. Wenn wir von der Erde zu dem Leben in unserer himmlischen Heimat zurückkehren wollen, müssen wir das Tor des Todes durchschreiten - es führt kein Weg daran vorbei. Wir werden geboren, um zu sterben, und wir sterben, um zu leben. (Siehe 2 Korinther 6:9.) Als Sämling Gottes blühen wir auf der Erde höchstens kurz auf; zur vollen Blüte gelangen wir erst im Himmel.

Der physische Tod

Kohelet schreibt: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:

eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben." (Kohelet 3:1,2; siehe auch Alma 12:27.)

Denken Sie an die Alternative. Wenn alle neunundsechzig Milliarden Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben, noch hier wären - stellen Sie sich das Verkehrschaos vor! Und wir könnten so gut wie nichts besitzen und kaum eine verantwortungsbewußte Entscheidung treffen.

Der Plan des Glücklichseins

Die heilige Schrift lehrt, daß der Tod für unser Glücklichsein unerläßlich ist: „Nun siehe, es war nicht ratsam, daß der Mensch aus diesem zeitlichen Tod zurückgeholt wurde, denn das hätte den großen Plan des Glücklichseins zerschlagen." (Alma 42:8; Hervorh. v. Verf.; siehe auch 2 Nephi 9:6.)

Unser begrenzter Blickwinkel würde sich erweitern, wenn wir die Wiedervereinigung auf der anderen Seite sehen könnten, sobald sich den Heimkehrenden das Tor des Todes öffnet. So hat es auch der Psalmist gesehen, als er schrieb: „Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen." (Psalm 116:15.)

Der geistige Tod

Es gibt aber noch eine andere Form der Trennung, die in der Schrift als geistiger Tod bezeichnet wird (siehe 2 Nephi 9:12; Alma 12:16; 42:9; Helaman 14:16,18). Er wird als „Zustand der geistigen Entfremdung von Gott bezeichnet" (Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, Salt Lake City, 1954-56, 2:217). Man kann also physisch ganz lebendig und gleichzeitig geistig tot sein.

Der geistige Tod tritt wahrscheinlich dann ein, wenn die Ziele mehr auf das Materielle ausgerichtet sind. Paulus hat das den Römern folgendermaßen dargelegt: „Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müßt ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die (sündigen) Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben. "(Römer 8:13.)

Wenn der physische Tod eintritt, ehe man sittliche Verfehlungen in Ordnung gebracht hat, hat man die Möglichkeit zur Umkehr verwirkt. Deshalb gilt: „Der [wirkliche] Stachel des Todes aber ist die Sünde." (l Korinther 15:56.)

Selbst Jesus Christus kann uns nicht in unseren Sünden erretten. Er erlöst uns von unseren Sünden, aber nur unter der Bedingung, daß wir umkehren. Wir sind selbst für unser geistiges Überleben beziehungsweise für unseren geistigen Tod verantwortlich. (Siehe Römer 8:13,14; Helaman 14:18; LuB 29:41-45.)

Mit Prüfungen fertig werden

Körperliche und geistige Prüfungen stellen für uns immer wieder eine Herausforderung dar. Jeder von Ihnen könnte mir dafür eigene Beispiele nennen. Viele von Ihnen befinden sich beispielsweise in der Abenddämmerung des Lebens und machen lange und schwierige Tage durch. Sie wissen sehr wohl, was es mit der göttlichen Aufforderung, „bis ans Ende auszuharren", auf sich hat. (Siehe Matthäus 24:13; Markus 13:13; INephi 13:37; 22:31; 2 Nephi 31:16; 33:4; Omni 1:26; 3 Nephi 15:9; LuB 14:7; 18:22; 24:8.)

Der Erretter der Welt hat uns wiederholt aufgefordert, unser Leben nach seinem Leben auszurichten. (Siehe Johannes 13:15; 14:6; l Petrus 2:21; 2 Nephi 31:9,16; 3 Nephi 18:16; 27:27.) Deshalb müssen wir - genauso wie er - Prüfungen bestehen. „Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt." (Hebräer 5:8.)

Wenn die Schwierigkeiten gewaltig auf uns lasten, können wir dem doch auch etwas Gutes abgewinnen. Shakespeare schreibt: „Süß ist die Frucht der Widerwärtigkeit, die, gleich der Kröte, häßlich und voll Gift, ein köstliches Juwel im Haupte trägt". („Wie es euch gefällt", I. Akt, 1. Szene.)

Der Herr sagt es noch deutlicher: „Nach viel Drangsal kommen die Segnungen." (LuB 58:4.)

Das Leben nach dem Tod

Das Erdenleben ist vergänglich; an seinem Ende erwarten uns die Türen des Todes. Dann fragen sich die Hinterbliebenen: „Wo ist der geliebte Mensch jetzt?" „Was kommt nach dem Tod?" Mit dem Wissen, das uns zur Verfügung steht, bleiben zwar viele Fragen unbeantwortet, aber wir wissen doch einiges.

Das Paradies

Die erste Station im Leben nach dem Tod wird als „Paradies" bezeichnet. Alma schreibt: „Was nun den Zustand der Seele zwischen dem Tod und der Auferstehung betrifft - siehe, so ist mir … kundgetan worden, daß der Geist eines jeden Menschen, sobald er aus diesem sterblichen Leib geschieden ist, … zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat. … Der Geist derjenigen, die rechtschaffen sind, wird in einen Zustand des Glücklichseins aufgenommen, den man Paradies nennt, einen Zustand der Ruhe, einen Zustand des Friedens." (Alma 40:11,12.)

Auferstehung und Unsterblichkeit

Manchmal wird scherzhaft gesagt, nichts sei so dauerhaft wie der Tod. Dem ist aber nicht so! Die Gewalt des physischen Todes ist nicht von Dauer. Er begann mit dem Fall Adams und endete mit dem Sühnopfer Jesu Christi. Auch die Wartezeit im Paradies geht vorüber. Sie endet mit der Auferstehung. Dem Buch Mormon entnehmen wir folgendes: „Denn andererseits muß das Paradies Gottes die Geister der Rechtschaffenen freigeben, und das Grab muß die Leiber der Rechtschaffenen freigeben; und Geist und Leib werden wiederhergestellt, und alle Menschen werden unverweslich, und sie sind lebendige Seelen." (2 Nephi 9:13.)

Vor ein paar Jahren verloren unser Pfahlpräsident und seine Frau durch Autounfall einen großartigen Sohn, der noch sehr jung war. Uns tröstet die Erkenntnis, daß dieselben Gesetze, die es seinem gebrochenen Leib nicht gestattet haben, den Unfall zu überleben, genau die Gesetze sind, die der Herr bei der Auferstehung anwenden wird, wenn dieser Leib „zu seiner rechten und vollkommenen Gestalt wiederhergestellt" werden wird (siehe Alma 40:23; siehe auch 11:42-45).

Der Herr, der uns ja erschaffen hat, hat gewiß die Macht, es noch einmal zu tun. Dieselben notwendigen Elemente, die sich jetzt in unserem Körper befinden, werden noch immer zur Verfügung stehen - auf sein Gebot hin. Derselbe einzigartige genetische Code, der jetzt in unseren lebenden Zellen enthalten ist, wird noch immer zur Verfügung stehen, so daß sich dann neue Zellen bilden können. Dem Wunder der Auferstehung, so erstaunlich es auch sein mag, steht das Wunder unserer Erschaffung in nichts nach.

Das Gericht

Unsere Auferstehung wird nicht Ende, sondern Anfang sein. Sie bereitet uns auf das Gericht durch den Herrn vor, der ja gesagt hat: „Wie ich von den Menschen [auf das Kreuz] emporgehoben wurde, [so sollen] die Menschen ebenso vom Vater emporgehoben [werden], um vor mir zu stehen, um nach ihren Werken gerichtet zu werden." (3 Nephi 27:14.)

Schon bevor wir über die Schwelle des ewigen Gerichts der Gerechtigkeit treten, wissen wir, wer dort persönlich den Vorsitz führen wird: „Der Hüter des Tores ist der Heilige Israels; und er hat dort keinen Knecht; und es gibt keinen anderen Weg als durch das Tor; und er kann nicht getäuscht werden, denn Herr Gott ist sein Name.

Und wer anklopft, dem wird er öffnen." (2 Nephi 9:41,42.)

Die Familienbindung

Eine liebevolle Beziehung bleibt auch über das Tor des Todes und des Gerichts hinaus bestehen. Die Familienbindung bleibt kraft der Siegelung im Tempel bestehen. Ihre Bedeutung kann man gar nicht überbewerten.

Ich kann mich noch lebhaft an etwas erinnern, was ich einmal als Fahrgast in einem kleinen zweimotorigen Flugzeug erlebt habe. Einer der Motoren brach plötzlich auf und fing Feuer. Der Propeller der brennenden Maschine kam dadurch abrupt zum Stillstand. Wir stürzten in einer steilen Spirale ab, und ich rechnete mit dem Tod. Manche der Passagiere schrien in hysterischer Panik. Wundersamerweise löschte der jähe Sturz die Flammen aus. Dann gelang es dem Piloten, das Flugzeug zu stabilisieren, indem er den anderen Motor aufdrehte, und er schaffte eine sichere Landung.

In dieser schwierigen Situation überwog bei mir vor allem das Gefühl, daß ich keine Angst vor dem Sterben hatte, obwohl ich wußte, daß der „Tod" kurz bevorstand. Ich weiß noch, wie ich daran dachte, daß ich jetzt nach Hause kam und meine Vorfahren kennenlernen konnte, für die ich die Tempelarbeit verrichtet hatte. Ich weiß noch, wie dankbar ich dafür war, daß meine Frau und ich aneinander und unsere Kinder an uns gesiegelt waren, die ja im Bund geboren und aufgezogen waren. Mir wurde klar, daß unsere Eheschließung im Tempel das Wichtigste war, was ich je vollbracht hatte. Die Ehrungen, die mir durch Menschen zuteil geworden waren, konnten bei weitem nicht an den inneren Frieden heranreichen, den mir die im Hause des Herrn vollzogenen Siegelungen schenkten.

Jenes schreckliche Erlebnis dauerte zwar nur wenige Minuten, aber mein ganzes Leben zog vor meinem geistigen Auge vorüber. Nachdem mir angesichts des Todes so rasch so viele Erinnerungen ins Gedächtnis kamen, zweifle ich nicht an der Verheißung in der Schrift, daß wir angesichts des Gerichts „eine vollkommene Erinnerung" haben werden (siehe Alma 5:18; 11:43).

Ewiges Leben

Nach dem Gericht kommt die Möglichkeit ewigen Lebens - jenes Lebens, das der himmlische Vater führt. Sein celestiales Reich wird mit der Herrlichkeit der Sonne verglichen (siehe l Korinther 15:41; LuB 76:96). Es steht allen offen, die sich darauf vorbereiten, und die Bedingungen dafür sind deutlich offenbart worden: „Darum müßt ihr mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben, erfüllt vom Glanz der Hoffnung und indem ihr Liebe habt zu Gott und zu allen Menschen. Wenn ihr darum vorwärtsstrebt und euch am Wort von Christus weidet und bis ans Ende ausharrt - siehe, so spricht der Vater: Ihr werdet ewiges Leben haben!" (2 Nephi 31:20; siehe auch Johannes 17:3.)

Die Vorbereitungszeit

Inzwischen haben wir, die wir hier weilen, noch ein paar kostbare Augenblicke, in denen „der Mensch sich darauf vorbereiten soll, Gott zu begegnen" (siehe Alma 34:32). Unerledigte Angelegenheiten sind die schlimmsten. Das ständige Aufschieben muß der umsichtigen Vorbereitung Platz machen. Heute haben wir ein bißchen mehr Zeit, anderen Gutes zu tun - Zeit, gütiger und teilnahmsvoller zu sein, schneller zum Dank bereit, langsamer beim Schelten, großzügiger im Teilen, freundlicher um einander besorgt.

Wenn wir dann an der Reihe sind, durch das Tor des Todes zu gehen, können wir mit Paulus sagen: „Die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten." (2 Timotheus 4:6,7.)

Wir brauchen den Tod nicht als Feind zu betrachten. Wenn wir ihn richtig verstehen und uns darauf vorbereiten, kann Glaube die Furcht verdrängen und Hoffnung die Verzweiflung. Der Herr hat gesagt: „Fürchtet euch nicht, auch nicht vor dem Tod; denn in dieser Welt ist eure Freude nicht voll, aber in mir ist eure Freude voll." (LuB 101:36.) Er schenkt uns dies: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht." (Johannes 14:27.)

Als besonderer Zeuge für Jesus Christus bezeuge ich, daß er lebt. Ich bezeuge auch, daß der Schleier des Todes sehr dünn ist. Ich weiß aus Erfahrungen, die zu heilig sind, als daß ich darüber sprechen könnte, daß diejenigen, die uns vorausgegangen sind, den Führern dieser Kirche keine Fremden sind. Uns und Ihnen können unsere Angehörigen so nahe sein wie das Zimmer nebenan - nur durch das Tor des Todes von uns getrennt.

Und mit dieser Gewißheit, Brüder und Schwestern, lieben Sie das Leben! Schätzen Sie jeden Augenblick als Geschenk Gottes (siehe Mosia 2:21). Leben Sie Ihr Leben gut verwirklichen Sie die erhabensten Möglichkeiten, die in Ihnen stecken! Dann macht die Erwartung des Todes Sie nicht zum Gefangenen. Mit der Hilfe des Herrn werden Sie durch Ihre Werke und Wünsche qualifiziert sein, immerwährende Freude und Herrlichkeit, Unsterblichkeit und ewiges Leben zu erlangen. Darum bete ich im Namen Jesu Christi. Amen.


Den Tod und die Auferstehung verstehen.


Auf der Begräbnisfeier für Elder Thomas Williams am 13. Juli 1874 sprach Präsident Brigham Young über den Tod: „Welch ein finsteres Tal und finsterer Schatten das, was wir den Tod nennen, doch ist! Von diesem Daseinszustand, was den sterblichen Leib betrifft, in einen Zustand der Leere überzugehen, wie merkwürdig das doch ist! Wie finster dieses Tal doch ist! Wie geheimnisvoll diese Straße – und wir müssen allein darauf reisen. Ich möchte euch sagen, meine Freunde und Brüder, wenn wir die Dinge so sehen könnten, wie sie sind und wie wir sie dann sehen und verstehen werden, dann ist dieser finstere Schatten, dieses finstere Tal so unbedeutend, daß wir uns umwenden und es betrachten und, wenn wir es hinter uns gelassen haben, denken: Ach, das ist der größte Gewinn meines ganzen Daseins, denn ich bin von einem Zustand des Kummers, des Grams, der Trauer, des Elends, des Schmerzes, der Angst und Enttäuschung in einen Daseinszustand übergegangen, wo ich mich des Lebens in höchstem Maße freuen kann, soweit das ohne Körper möglich ist. Mein Geist ist frei, ich habe keinen Durst mehr, ich brauche keinen Schlaf mehr, ich renne, ich laufe, ich arbeite, ich gehe, ich komme, ich tue dies, ich tue jenes, was auch immer von mir verlangt wird, so etwas wie Schmerz oder Erschöpfung gibt es nicht, ich bin voller Leben, voller Kraft, und ich freue mich an der Gegenwart meines himmlischen Vaters – kraft der Macht seines Geistes. Ich möchte meinen Freunden sagen: Wenn ihr nach eurer Religion leben wollt, dann lebt so, daß ihr vom Glauben an Gott erfüllt seid, damit das Licht der Ewigkeit über euch leuchte und ihr dies selbst sehen und verstehen könnt.“ 

DAS IRDISCHE GLÜCK:

Es bereitet den Freunden große Freude und schenkt ihnen Trost, wenn sie wissen, daß jemand in Frieden aus diesem Leben geschieden ist und sich eine herrliche Auferstehung gesichert hat. Die Erde und die Fülle der Erde und alles, was im irdischen Sinn zu dieser Erde gehört, sind nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit und Freude, dem Frieden und Glück der Seele, die in Frieden hinscheidet. (DBY, 370.)

Trauer um die rechtschaffenen Toten entspringt der Unwissenheit und Schwäche, die der sterblichen Hülle innewohnen, dieser Behausung, in der der Geist wohnt. Welchen Schmerz wir auch erleiden, was wir auch durchmachen müssen, wir hängen an unserer Mutter Erde und mögen es nicht, wenn eins ihrer Kinder uns verläßt. Wir halten die gesellige Familienbeziehung zueinander gern intakt und trennen uns nicht gern voneinander. (DBY, 370.)

Ja, es ist schmerzlich, uns von unseren Freunden zu trennen. Wir sind Geschöpfe der Leidenschaft, der Sympathie, der Liebe, und es tut uns weh, uns von unseren Freunden zu trennen. Wir würden sie gern in der irdischen Behausung behalten, auch wenn sie Schmerzen leiden müssen. Sind wir darin nicht egoistisch? Sollten wir uns nicht lieber freuen, wenn diejenigen, die ihr Leben damit verbracht haben, Gutes zu tun, in wundervoll hohem Alter von uns gehen? (DBY,371.)

Hätten wir aber Erkenntnis und könnten wir in die Ewigkeit schauen, wenn wir völlig frei von der Schwäche, Blindheit und Lethargie wären, die uns jetzt im Fleisch umhüllen, wären wir nicht geneigt, zu weinen oder zu trauern. (DBY, 370.)

Lebt so, daß ihr, wenn ihr in der Geisterwelt erwacht, aufrichtig sagen könnt: „Ich könnte an meinem irdischen Leben nichts besser machen, wenn ich es noch einmal leben sollte.“ Ich ermahne euch, um des Hauses Israel willen, um Zions willen, das wir aufbauen sollen, lebt so, daß ihr von jetzt an und für immer so lebt, daß euer Charakter von heiligen Wesen mit Freude überprüft werden kann. Lebt ein göttliches Leben, und das könnt ihr nicht, ohne ein sittliches Leben zu führen. (DBY, 370.)

Der auferstandene Jesus Christus erschien Maria, ehe er zu seinem Vater auffuhr.

BEIM TOD TRENNT SICH DER GEIST VOM KÖRPER; DER KÖRPER KEHRT ZUR ERDE ZURÜCK, UND DER GEIST TRITT IN DIE GEISTERWELT EIN

Jeder Mensch, der den Grundsatz ewigen Lebens besitzt, sollte seinen Leib als etwas Irdisches betrachten. Unser Leib muß zur Mutter Erde zurückkehren. Für die meisten Menschen ist es zwar ein entsetzlicher Gedanke, daß sich unser Geist für eine längere oder kürzere Zeit vom Leib trennen muß, und Tausende und Millionen leiden ihr Leben lang darunter. Wenn sie die Absicht hinter dieser Bewährungszeit und die wahren Grundsätze ewigen Lebens verständen, wäre es für sie nicht so schlimm, daß der Leib leiden und sterben muß. (DBY, 368.)

Dem Herrn hat es gefallen, hier irdische Hüllen zu schaffen und einen Geist in sie zu geben, wodurch sie zu einem intelligenten Wesen werden. Irgendwann, früher oder später, kehrt der Leib, das, was an euch greifbar ist, was ihr fühlen, sehen und anfassen könnt, usw., zu seinem mütterlichen Staub zurück. Ist der Geist dann tot? Nein. … Der Geist existiert noch, wenn dieser Leib in der Erde wieder zerfallen ist, und der Geist, den Gott in die irdische Hülle gegeben hat, geht in die Welt der Geister. (DBY, 368.)

Unser Leib besteht aus sichtbarer, greifbarer Materie, wie ihr alle wißt; ihr wißt auch, daß er in diese Welt geboren wird. Dann beginnt er, die Elemente, die für den Organismus und sein Wachsen geeignet sind, in sich aufzunehmen, wächst zum Mann [beziehungsweise zur Frau] heran, wird alt, zerfällt und kehrt wieder zum Staub zurück. In erster Linie ist das, was wir den Tod nennen, und das habe ich schon häufig erklärt, Teil des Lebenslaufs, es wohnt der Materie, aus der der Leib besteht, inne und verursacht den Zerfall, nachdem der Geist den Leib verlassen hat. Wäre das nicht so, würde der Leib, aus dem der Geist entflohen ist, in alle Ewigkeit so bleiben, wie er war, als der Geist ihn verlassen hat, und nicht zerfallen. (DBY, 368.)

JESUS CHRISTUS IST DER ERSTLING DER AUFERSTEHUNG

Jesus ist der Erstgeborene der Toten, wie ihr ja wißt. Weder Henoch noch Elija oder Mose oder sonst jemand, der je auf der Erde gelebt hat, so streng er auch gelebt haben mag, hat je eine Auferstehung erlangt, ehe der Leib Jesu Christi vom Engel aus dem Grab hervorgerufen wurde. Er war der Erstgeborene der Toten. Er ist der Herr der Auferstehung – das erste Fleisch, das je hier gelebt hat, nachdem er die Herrlichkeit der Auferstehung erlangt hatte. (DBY, 374.)

Für ihn war es kein Wunder. Es stand in seiner Macht, Leben und Tod zu gewähren; er hatte die Macht, sein Leben hinzugeben, und die Macht, es wieder zu nehmen [siehe Johannes 10:18]. Das sagt er jedenfalls, und wir müssen es glauben, wenn wir die Geschichte des Erretters und die Aussagen der Apostel, die im Neuen Testament verzeichnet sind, glauben. Jesus hatte diese Macht aus sich selbst heraus; der Vater hatte sie ihm vermacht; es war sein Vermächtnis, und er hatte die Macht, sein Leben hinzugeben und es wieder zu nehmen. (DBY, 340f.)

Das Blut, das er auf dem Kalvarienberg vergossen hat, kam nicht wieder in seine Adern. Es wurde vergossen, und als er auferstand, nahm ein anderes Element die Stelle des Bluts ein. Das wird bei jedem Menschen, der aufersteht, so sein; das Blut wird nicht mit dem Körper auferstehen, da es nur das Leben des derzeitigen Organismus unterstützt. Wenn der sich auflöst und wir durch die Macht der Auferstehung unseren Körper wieder erhalten, wird das, was wir jetzt das Leben des Körpers nennen, das sich aus dem Essen, das wir zu uns nehmen, und dem Wasser, das wir trinken, zusammensetzt, durch ein anderes Element ersetzt; denn Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben [siehe 1 Korinther 15:50]. (DBY, 374.)

Der Tod war für die Heiligen, die über die Prärie zogen, jederzeit gegenwärtig, so wie es auf diesem Gemälde dargestellt ist.

UNSERE GLAUBENSTREUE KANN UNS AUF EINE HERRLICHE AUFERSTEHUNG VORBEREITEN – AUF DIE WIEDERVEREINIGUNG UNSERES KÖRPERS UND GEISTS

Das Evangelium des Lebens und der Errettung offenbart jedem, der es annimmt, daß diese Welt nur ein Ort von vergänglicher Dauer und Existenz und von vergänglichen Prüfungen usw. ist. Ihre gegenwärtige Beschaffenheit und Nutzungsmöglichkeiten sind nur für ein paar Tage so, während wir erschaffen worden sind, um ewig zu leben. Die Schlechten können nicht über diese Welt hinausblicken. Wir wissen, wenn wir uns dieses gegenwärtigen Zustands entkleiden, werden wir bereit sein, uns mit Unsterblichkeit zu bekleiden – wenn wir diesen Leib ablegen, ziehen wir Unsterblichkeit an [siehe Alma 11:43,44]. Dieser Leib wird zum Staub zurückkehren, aber unsere Hoffnung und unser Glaube sind darauf gerichtet, daß wir diesen Leib einmal von den Elementen zurückerhalten, daß wir genau denselben Organismus zurückbekommen, wie wir ihn hier haben, und daß wir, wenn wir den Grundsätzen der [Evangeliums-]Freiheit treu sind, bereit sein werden, ewig zu bestehen. (DBY, 372.)

Nachdem der Geist den Körper verlassen hat, bleibt er ohne irdische Hülle in der Geisterwelt, bis der Herr, kraft dem Gesetz, das er erlassen hat, die Auferstehung der Toten zustande bringt [siehe LuB 93:33, 34]. Wenn der Engel, der die Schlüsselgewalt der Auferstehung innehat, seine Posaune ertönen läßt, werden die speziellen grundlegenden Teilchen, die hier unseren Körper gebildet haben, in einem Augenblick wieder zusammengefügt werden, wenn wir sie ehren, auch wenn sie in den Tiefen des Meeres ruhen, auch wenn ein Teilchen sich im Norden befindet, eins im Osten, eins im Süden und ein anderes im Westen, und unser Geist wird wieder von ihnen Besitz ergreifen. Wir werden dann bereit sein, beim Vater und beim Sohn zu wohnen, und bis dahin können wir gar nicht bereit sein, bei ihnen zu wohnen. Wenn ein Geist seinen Körper verläßt, wohnt er nicht beim Vater und beim Sohn, sondern in der Geisterwelt, wo es einen Ort gibt, der für ihn bereitet ist. Diejenigen, die ihre irdische Hülle ehren und lieben und an den Herrn Jesus Christus glauben, müssen diese Sterblichkeit ablegen, sonst können sie keine Unsterblichkeit anlegen. Dieser Leib muß sich verwandeln, sonst ist er nicht bereit, in der Herrlichkeit des Vaters zu wohnen. (DBY, 372.)

Nachdem der Leib und der Geist durch den Tod getrennt worden sind, was wird dann, bezüglich dieser Erde, als erstes geschehen? Der Leib, das ist das erste Objekt göttlicher Zuneigung über das Grab hinaus. Als erstes gelangen wir in den Besitz des Leibes. Der Geist [eines rechtschaffenen Menschen] hat den Leib überwunden, und der Leib wird in jeder Hinsicht jenem göttlichen Prinzip unterworfen, das Gott jedem Menschen eingepflanzt hat. Der Geist darin ist rein und heilig und kehrt rein und heilig zu Gott zurück, wohnt rein und heilig in der Geisterwelt und wird einmal kommen und den Leib wieder aufnehmen dürfen. [Jesus Christus], der die Schlüsselgewalt der Auferstehung innehat und der bereits jene schwere Prüfung bewältigt hat, wird die Aufgabe erhalten, unseren Leib aufzuerwecken, und unser Geist wird da sein und bereit, in den Leib einzutreten. Wenn wir dann bereit sind, unseren Leib zu erhalten, werden das die ersten irdischen Objekte sein, die das göttliche Wesen in der Eigenschaft des Menschen in sich tragen. Nur der Leib stirbt; der Geist schaut vorwärts. (DBY, 373.)

Wir befinden uns hier in Umständen, wo wir unsere Toten gemäß der Ordnung des Priestertums beerdigen können. Aber manche unserer Brüder sterben auf dem Meer; sie können nicht in der Erde begraben werden, sondern werden in Segeltuch eingenäht und ins Meer geworfen und befinden sich vielleicht schon zwei Minuten später im Bauch eines Hais; trotzdem werden solche Menschen in der Auferstehung hervorkommen und alle Herrlichkeit erhalten, derer sie würdig sind, und mit aller Schönheit der auferstandenen Heiligen bekleidet werden, genauso, als wenn sie in einem goldenen oder silbernen Sarg und an einem Ort beerdigt worden wären, der ausdrücklich als Grabstätte für die Toten dient. (DBY, 373f.)

Niemand kann ins celestiale Reich eintreten und mit einer celestialen Krone gekrönt werden, ehe er seinen auferstandenen Körper erhalten hat. (DBY, 375.)

Der einzig wahre Reichtum, den es gibt, besteht für euch und mich darin, daß wir uns eine heilige Auferstehung sichern.