Sind Mormonen Christen?



Christen



Einer der Glaubensgrundsätze der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) beinhaltet die Antwort auf die Frage: Sind Mormonen Christen? Der erste Glaubensartikel lautet: "Wir glauben 

an Gott, den Ewigen Vater, und an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist." Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) hegen keinen Zweifel daran, dass sie Christen sind. Mormonen glauben daran, dass alles was Jesus Christus gesagt hat in unserem Leben einen hohen Stellenwert haben soll. Die Frage "Sind Mormonen Christen? " kann daher mit Sicherheit mit Ja beantwortet werden.


 

In aller Welt schließen sich Menschen der Kirche Jesu Christi [Mormonen] auch deshalb an, weil diese sich in der Lehre und geistig von allen anderen unterscheidet. Ihre Besonderheit verdankt sie den Erkenntnissen, die der Welt wiederhergestellt wurden, und der Macht des Heiligen Geistes, die in der Kirche anwesend ist – in ihr sind die Priestertumsvollmacht, alle Schlüssel und Verordnungen sowie die Fülle des Evangeliums Jesu Christi wiederhergestellt. Die Früchte des wiederhergestellten Evangeliums zeigen sich im Leben der treuen Mitglieder. Diese Mitglieder haben sicherlich kein Verlangen, die Besonderheit der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi in Frage zu stellen. Aber dennoch möchten sie gerne mit anderen Christen und Angehörigen aller Glaubensrichtungen die Probleme, die sich der Gesellschaft in moralischen Fragen und in Bezug auf die Familie stellen, erkennen und beheben. Der Dialog unter den Christen profitiert davon, wenn die Heiligen der Letzten Tage daran teilnehmen können. Christen aller Glaubensrichtungen sollten einander nicht ausgrenzen. Noch nie war Einigkeit so dringend vonnöten wie heute, wenn es darum geht, die göttliche Natur Jesu Christi und seine Lehren zu verkünden.


Was bedeutet es also, wenn wir ihn als Erretter der Welt bezeichnen? Als Erlöser? Diese Titel beziehen sich auf die Tatsache, dass Jesus Christus der einzige Weg ist, durch den wir wieder beim Vater im Himmel leben können. Jesus litt für die Sünden der ganzen Welt, wurde für sie gekreuzigt und ermöglichte damit allen Kindern Gottes die Gabe der Umkehr und der Vergebung. Nur durch seine Barmherzigkeit und Gnade kann man errettet werden. Seine Auferstehung ermöglicht es außerdem allen Menschen, den Tod zu überwinden. Diese große Tat wird auch als Sühnopfer bezeichnet. Kurz gesagt, Jesus Christus erlöst uns von Sünde und Tod. Deswegen ist er buchstäblich unser Erretter und Erlöser. Eines Tages wird Jesus Christus wiederkehren und eintausend Jahre lang in Frieden auf Erden regieren. Jesus Christus ist der Sohn Gottes, er wird auf ewig unser Herr sein.


Der Glaube an Jesus Christus motiviert uns zu guten Taten. In der Bibel steht: „Der Glaube [ist] ohne Werke nutzlos.“ (Jakobus 2:20). Das heißt aber nicht, dass wir durch gute Werke allein errettet werden können – denn ohne die Macht des Sühnopfers Christi können auch noch so viele gute Werke unsere Seele nicht von der kleinsten Sünde reinigen. Aber jeder, der aufrichtigen Glauben an Christus hat, möchte ihm nachfolgen und Werke vollbringen, wie er sie getan hat – den Armen, den Bedürftigen und seinem Nächsten helfen, für die Kranken sorgen, die Einsamen besuchen und allen Menschen Güte und Liebe erweisen. Kurz wahre Nächstenliebe zeigen und leben.


Wenn wir dem Beispiel Jesu Christi  nacheifern und nach seinem Wort leben, wird unser Glaube wachsen und uns zu Taten anspornen, sodass wir von unseren Sünden umkehren und uns unseren Problemen stellen. Der Glaube an Jesus Christus ist nicht einfach nur ein Lippenbekenntnis – er ist die Quelle der Kraft, aus der wir jeden Tag schöpfen können, wenn wir sein Wort lesen, beten und uns immer mehr bemühen, seinem Beispiel zu folgen.


Eine Beziehung zu Jesus Christus ist wie jede andere auch – sie wird schwächer, wenn man nicht in Kontakt bleibt. Wir müssen uns anstrengen, genug Glauben an Christus zu entwickeln, um umzukehren, uns taufen zu lassen und den Heiligen Geist zu empfangen, aber wir müssen uns auch darum bemühen, Christus nachzufolgen, damit wir alle Segnungen empfangen, die Gott uns geben möchte.

Der Schlüssel liegt darin, dass wir im Evangelium Jesu Christi eine Lebensgrundlage sehen und nicht nur einfach eine Checkliste, die es abzuhaken gilt. Wir stärken beständig unseren Glauben an Christus, wenn wir in den heiligen Schriften seine Worte lesen und zum Vater im Himmel beten. Wenn wir sündigen, können wir jedes Mal mit demütigem Herzen umkehren, denn das Sühnopfer Jesu Christi ist grenzenlos. Beim Abendmahl können wir uns jeden Sonntag in der Kirche an die Verheißungen und Segnungen der Taufe erinnern. Wir können uns beständig auf den Trost und die Führung durch den Heiligen Geist verlassen, der uns zurück zu Gott führt.


Wie die meisten Christen glauben die Mormonen daran, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und der Schöpfer der Welt ist. Doch nur die Mormonen glauben, dass Gottvater und Jesus Christus zwei voneinander getrennte Wesen sind. Für sie sind Gott und Jesus Christus sich zwar in ihrer vollkommenen Liebe zu uns ganz und gar einig, aber davon abgesehen sind sie eigenständige Personen, die einen eigenen, vollkommenen, verherrlichten Körper haben (siehe Lehre und Bündnisse 130:22). 

Die Mormonen glauben, dass alle Menschen, die je geboren wurden oder noch geboren werden, Jesus Christus eingeschlossen, vor diesem Leben als Geistkinder Gottes bei Gott gelebt haben. Gott wollte, dass wir auf die Erde kommen, um Erfahrung zu sammeln, zu lernen, Fortschritt zu machen und mehr so zu werden wie er. Er wusste aber auch, dass alle seine Kinder sündigen, sterben und seine Herrlichkeit verlieren würden (siehe Römer 3:23). Wir brauchten einen Erretter, damit wir unsere Sünden und unsere Unvollkommenheit überwinden und mit Gott ausgesöhnt werden konnten. Nach Auffassung der Mormonen wurde Jesus Christus vor langer Zeit während unseres vorirdischen Lebens bei Gott als dieser Erretter ausgewählt. Wir jauchzten vor Freude, als uns Gottes herrlicher Plan für seine Kinder vorgestellt wurde

(siehe Ijob 38:7).

 

 


Jesus Christus



Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Mormonen sind Christen und folgen den Lehren und dem Beispiel Jesu Christi wie sie es sowohl aus der Bibel als auch aus weiteren Heiligen Schriften entnehmen. In den letzten Jahrzehnten wurde jedoch manchmal behauptet, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sei keine christliche Kirche.

 

Die Wissenschaftlich hat schon lange anerkannt, dass sich das Gottesbild, das die ersten Christen noch hatten, im Laufe der Jahrhunderte grundlegend verändert hat. Die ersten Christen sahen in Gott noch eher eine Person, eine menschliche Gestalt. Ihr Bild von ihm war nicht so abstrakt wie das, was sich aus den Glaubensbekenntnissen ergab, die in den darauf folgenden Jahrhunderten verfasst wurden. Der entscheidende ideologische Wandel setzte im zweiten Jahrhundert n. Chr. ein. Nachdem die apostolische Vollmacht verloren gegangen war, vermischten sich Vorstellungen aus der christlichen Lehre mit solchen aus der griechischen Philosophie.3

Die Heiligen der Letzten Tage sehen in dieser Verschmelzung der frühen christlichen Theologie mit der griechischen Philosophie einen schwerwiegenden Irrtum. Unter den Lehren, die dabei verloren gingen, sticht besonders die vom Wesen der Gottheit hervor. Wie es sich mit dem Wesen Gottvaters, seines Sohnes Jesus Christus und des Heiligen Geistes wirklich verhält, wurde durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt. Die Heiligen der Letzten Tage sind infolgedessen davon überzeugt, dass Gottvater ein körperhaftes Wesen ist. In dieser Einschätzung der Eigenschaften Gottes stimmen sie mit vielen frühen Christen überein. Mit dieser Auffassung unterscheidet sich ihr Glaube von den Glaubensbekenntnissen, die nach dem Neuen Testament entstanden sind.

Trotz aller Unterschiede in der Lehre, die zwischen den Heiligen der Letzten Tage und den Angehörigen anderer christlicher Religionen bestehen, räumen sie den Mitgliedern der Gottheit doch weitgehend die gleiche Stellung ein wie andere Christen. Für die Heiligen der Letzten Tage ist Gott allmächtig, allwissend und voller Liebe. Sie beten zu ihm im Namen Jesu Christi. Sie verehren den Vater als das höchste Wesen, den Sohn als Herrn und Erlöser und den Heiligen Geist als Boten, der den Vater und den Sohn offenbart. Kurz gesagt lehnen die Heiligen der Letzten Tage zwar die Glaubensbekenntnisse ab, die nach dem Neuen Testament entstanden sind, beziehen sich jedoch im alltäglichen religiösen Leben auf jedes Mitglied der Gottheit und verehren es so, wie auch die frühen Christen es taten.

Einige Menschen die unsicher sind ob Mormonen Christen sind bringen oft die folgenden Argumente zum Ausdruck:

Die Heiligen der Letzten Tage lehnen die Konfessionen, Glaubensbekenntnisse und -Glaubensrichtungen ab, die sich nach dem Neuen Testament in der Christenheit entwickelt haben.

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Mormonen - stammt nicht von der historischen Linie des traditionellen Christentums ab. Die Heiligen der Letzten Tage sind also nicht römisch-katholisch, orthodox oder protestantisch.

 

Die Heiligen der Letzten Tage glauben nicht, dass ausschließlich die Bibel heilige Schrift ist, sondern bekennen sich zu einem größeren Kanon heiliger Schriften, der auch das Buch Mormon, das Buch Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle umfasst.


was glauben die Mormonen in Bezug auf das leben Jesu Christi?


Die Mormonen glauben, dass Jesus als kleines Kind in Betlehem geboren wurde. Er war das Kind Gottvaters und einer sterblichen Mutter, Maria. Er wuchs heran und erkannte seine göttliche Mission und das Evangelium seines Vaters Zeile um Zeile, Weisung um Weisung (siehe Lehre und Bündnisse 98:12). Nach Ansicht der Mormonen hat Jesus Christus auf Erden ein vollkommenes Leben geführt und uns damit das beste Beispiel gegeben. Diesem Beispiel sollten wir folgen. Er wurde der Messias, der verheißene Erretter des Volkes Gottes, dessen Kommen schon lange von Propheten vorhergesagt worden war. In den heiligen Schriften lesen wir, dass er sein Evangelium in Wort und Tat verkündete: „Er wandelte auf den Straßen Palästinas, heilte die Kranken, machte die Blinden sehend und weckte die Toten auf.“ 'Der lebendige Christus - das Zeugnis der Apostel'.) 

Die Mormonen glauben, dass Jesus Christus aufgrund seines Sühnopfers in Getsemani und am Kreuz für die Sünden der gesamten Menschheit unsagbar litt, um uns in all unseren Bedrängnissen auf vollkommene Weise beistehen zu können. Die Mormonen glauben auch, dass Jesus Christus am Kreuz starb und wieder auferstand, damit alle Menschen auferstehen und eines Tages wieder beim liebenden Vater im Himmel leben können. Da er der einzige Mensch war, der ein vollkommen sündenfreies Leben führte, war der Erretter ein vollkommenes Opfer, ein Lamm ohne Makel. Einzigartig ist die Überzeugung der Heiligen der Letzten Tage, dass Jesus Christus nach seinem Tod seinem Volk auf dem amerikanischen Kontinent erschien (siehe Johannes 10:16; 3 Nephi 11).



christlich leben



Ein weiteres Argument, mit dem in Frage gestellt wird, dass die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Christen sind, besteht darin, dass ihre Kirche nicht von der traditionellen Linie der heutigen christlichen Kirchen abstammt. Die Heiligen der Letzten Tage sind nicht katholisch, orthodox oder protestantisch. Sie glauben, dass Engel Joseph Smith gedient haben und dass die Priestertumsvollmacht – also die Macht, im Namen Gottes zu handeln – dadurch wieder auf die Erde gebracht wurde. Die Kirche Jesu Christi ist eine wiederhergestellte Kirche und keine reformierte. Der Glaube an ein wiederhergestelltes Christentum mag eine Erklärung dafür sein, warum so viele Mitglieder der Kirche Jesu Christi von

den 30 er Jahren des 19. Jahrhunderts bis heute aus anderen christlichen Glaubensgemeinschaften übergetreten sind. Diese Bekehrten sahen und sehen sich nicht als Abtrünnige der Christenheit. Sie sind vielmehr dankbar, dass sie von der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi erfahren haben und nunmehr zu ihr gehören. Für sie ist in dieser Kirche die Fülle des Evangeliums des Herrn zu finden, ein umfassenderes, reichhaltigeres Christentum – in geistiger und organisatorischer Hinsicht wie auch im Hinblick auf die Lehre.

Wer einer Kirche angehört, die auf einem Glaubensbekenntnis beruht, neigt oft zu der irrigen Ansicht, die gesamte Christenheit habe sich schon immer zu einem historisch fest verankerten Bestand an unumstößlichen Glaubensansichten bekannt und müsse auch dabei bleiben. Es ist jedoch wissenschaftlich erwiesen, dass es unter den Christen im Laufe der Jahrhunderte über nahezu jeden Punkt der Lehre und ihrer Ausübung heftige Auseinandersetzungen gab. Daraus ist schließlich eine Vielzahl christlicher Glaubensrichtungen entstanden.5Auch wenn sich die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in ihrer Lehre von all den Kirchen unterscheidet, die sich auf ein Glaubensbekenntnis gründen, steht sie doch im Einklang mit dem frühen Christentum. Wer Christus aufrichtig liebt, ihn verehrt und ihm nachfolgt, sollte die Freiheit haben, die Lehre so aufzufassen, wie es ihm sein Gewissen gebietet, ohne dass man ihm abspricht, ein Christ zu sein.

Die Heiligen der Letzten Tage glauben an einen offenen Kanon heiliger Schriften

Ein drittes Argument, mit dem gerne bestritten wird, dass die Heiligen der Letzten Tage Christen sind, hängt mit ihrem Glauben an einen offenen Kanon der heiligen Schriften zusammen. Die Vertreter dieses Arguments behaupten, um Christ zu sein, müsse man dem Prinzip der 

Sola Scriptura oder dem 

Ausschließlichkeitsanspruch der Bibel 

folgen. Aber wer behauptet, die Bibel sei Gottes einziges und letztes Wort – oder genauer: sein letztes geschriebenes Wort –, verlangt von der Bibel mehr, als sie von sich selbst verlangt. Nirgendwo wird in der Bibel verkündet, dass alle Offenbarungen Gottes in einem einzigen Band gesammelt und für immer abgeschlossen sein müssten und dass keine weitere heilige Schrift offenbart werden könne.6

Darüber hinaus sind sich nicht alle christlichen Kirchen einig, dass es ein Merkmal des Christentums sein müsse, sich einem geschlossenen Kanon zu verpflichten.7 Vielmehr scheint das Argument, es könne nur einen geschlossenen Kanon geben, gezielt verwendet zu werden, um den Heiligen der Letzten Tage ihr Christsein abzusprechen. Kein Zweig der Christenheit beschränkt sich bei Entscheidungen in Fragen der Lehre oder bei der Anwendung biblischer Grundsätze jedoch allein auf den Text der Bibel. Katholiken halten sich beispielsweise an ihre kirchliche Tradition und an die Vertreter des kirchlichen Lehramts, also die Bischöfe, die Konzilien und den Papst. Protestanten, vor allem Evangelikale, berufen sich auf Sprachforscher und Schriftgelehrte sowie auf Ratsbeschlüsse und Glaubensbekenntnisse aus der Zeit nach dem Neuen Testament. Für viele Christen nehmen diese Ratsbeschlüsse und Glaubensbekenntnisse den gleichen Stellenwert ein wie die Bibel selbst. Die Heiligen der Letzten Tage halten sich an lebende Propheten und weitere Werke heiliger Schrift – das Buch Mormon, das Buch Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle –, um sich der Lehre zu vergewissern und den biblischen Text zu verstehen.

Zusammen mit dem Alten und dem Neuen Testament stellt das Buch Mormon ein zuverlässiges Zeugnis von Jesus Christus dar. In einer Schriftstelle steht, das Buch Mormon solle „die Wahrheit [der Bibel] bestätigen“ und „allen Geschlechtern, Sprachen und Völkern kundtun, dass das Lamm Gottes der Sohn des ewigen Vaters und der Erretter der Welt ist und dass alle Menschen zu ihm kommen müssen, sonst können sie nicht errettet werden“8. In den über sechstausend Versen des Buches Mormon wird fast viertausend Mal auf Jesus Christus Bezug genommen. Mehr als hundert verschiedene Namen trägt er dort: „Jehova“, „Immanuel“, „Heiliger Messias“, „Lamm Gottes“, „Erlöser Israels“ und so weiter. Das Buch Mormon ist wahrhaftig „ein weiterer Zeuge für Jesus Christus“, wie auf der Titelseite verkündet wird.


Vielleicht haben Sie sich ja schon einmal gefragt, welche Rolle Jesus Christus für die Mormonen spielt? Wie viele andere Christen in aller Welt betrachten die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auch bekannt als Mormonen, Jesus Christus als ihren Herrn und verehren ihn als ihren Erretter. Was Jesus Christus betrifft, ähneln viele Glaubensansichten der Mormonen dem, was andere Christen auch glauben. Doch die Mormonen glauben in Bezug auf den Erretter auch an viele klare und kostbare Wahrheiten, die nur in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu finden sind.




Der lebendige Christus: Das Zeugnis der Apostel


- Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage -



Wir gedenken in diesem Jahr der Geburt Jesu Christi vor zweitausend Jahren und geben Zeugnis von der Realität seines unvergleichlichen Lebens und der unendlichen Macht seines großen Sühnopfers. Niemand sonst hat so großen Einfluss auf alle Menschen, die schon gelebt haben und noch leben werden.

 

Er war der erhabene Jahwe des Alten Testaments und der Messias des Neuen Testaments. Auf Weisung seines Vaters erschuf er die Erde. “Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.” (Johannes 1:3.) Er war ohne Sünde, aber er ließ sich doch taufen, um die Gerechtigkeit ganz zu erfüllen. Er zog umher und tat Gutes (siehe Apostelgeschichte 10:38) und wurde doch dafür verachtet. Sein Evangelium war die Botschaft vom Frieden für die Menschen seiner Gnade. Er forderte alle eindringlich auf, seinem Beispiel nachzueifern. Er wandelte auf den Straßen Palästinas, heilte die Kranken, machte die Blinden sehend und weckte die Toten auf. Er lehrte die Wahrheiten der Ewigkeit und sprach von unserem Vorherdasein, dem Zweck des Erdenlebens und den Möglichkeiten, die den Söhnen und Töchtern Gottes im zukünftigen Leben offen stehen.

 

Er führte das Abendmahl ein, das an sein großes Sühnopfer erinnern soll. Er wurde gefangen genommen und auf Grund von falschen Anschuldigungen angeklagt. Er wurde für schuldig befunden, damit der Pöbel Ruhe gab, und zum Tod am Kreuz auf dem Kalvarienberg verurteilt. Er gab sein Leben hin, um für die Sünden aller Menschen zu sühnen. Er war die große Gabe, die stellvertretend für alle Menschen dargebracht wurde, die je auf der Erde leben sollten.

 

Wir bezeugen feierlich, dass sein Leben, das ja den zentralen Punkt der Menschheitsgeschichte bildet, weder in Betlehem begann noch auf dem Kalvarienberg endete. Er war der Erstgeborene des Vaters, der einzig gezeugte Sohn im Fleisch, der Erlöser der Welt.

 

Er ist aus dem Grab auferstanden — als “der Erste der Entschlafenen” (1 Korinther 15:20). Als auferstandener Herr erschien er denen, die er während seines Erdenlebens geliebt hatte. Außerdem diente er seinen anderen Schafen (siehe Johannes 10:16) im alten Amerika. In der Neuzeit erschienen er und sein Vater dem jungen Joseph Smith und leiteten damit die lange verheißene “Fülle der Zeiten” ein (siehe Epheser 1:10).

Der Prophet Joseph schrieb über den lebendigen Christus: “Seine Augen waren wie eine Feuerflamme, sein Haupthaar war weiß wie reiner Schnee, sein Antlitz leuchtete heller als der Glanz der Sonne, und seine Stimme tönte wie das Rauschen großer Gewässer, ja, die Stimme Jehovas, die sprach: Ich bin der Erste und der Letzte; ich bin der, der lebt, ich bin der, der getötet worden ist; ich bin euer Fürsprecher beim Vater.” (LuB 110:3,4.)

 

Außerdem sagte der Prophet über ihn: “Und nun, nach den vielen Zeugnissen, die von ihm gegeben worden sind, ist dies, als letztes von allen, das Zeugnis, das wir geben, nämlich: Er lebt!

Denn wir haben ihn gesehen, ja, zur rechten Hand Gottes; und wir haben die Stimme Zeugnis geben hören, dass er der Einzig gezeugte des Vaters ist, dass von ihm und durch ihn und aus ihm die Welten sind und erschaffen worden sind und dass ihre Bewohner für Gott gezeugte Söhne und Töchter sind.” (LuB 76:22-24.)

 

Wir verkünden feierlich, dass sein Priestertum und seine Kirche auf der Erde wiederhergestellt worden sind—“auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst” (Epheser 2:20).

 

Wir bezeugen, dass er eines Tages zur Erde zurückkehren wird. “Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen.” (Jesaja 40:5.) Dann regiert er als König der Könige und herrscht als Herr der Herren, und jedes Knie muss sich beugen und jede Zunge ihn preisen. Alle Menschen werden dann vor dem Herrn stehen, um gemäß ihren Taten und den Wünschen ihres Herzens gerichtet zu werden.

Als seine rechtmäßig ordinierten Apostel bezeugen wir, dass Jesus der lebendige Messias ist, der unsterbliche Sohn Gottes. Er ist der große König Immanuel, der heute zur Rechten des Vaters steht.

 

Er ist das Licht, das Leben und die Hoffnung der Welt. Sein Weg ist der Pfad, der zum Glücklichsein hier auf der Erde und zu ewigem Leben in der zukünftigen Welt führt. Gott sei gedankt für diese unvergleichliche Gabe, nämlich dafür, dass er uns seinen Sohn geschenkt hat.